Mittwoch, 11. November 2015

"Bei euch ist doch immer was los!" - Großfamilienalltag

"Du hast aber viel zu tun!" - solche und ähnliche Kommentare kennen fast alle Mütter von drei Kindern oder mehr. Je nach Kontext, Tonfall und Mimik können solche Sätze alles heißen.
Auch wenn der eine oder andere es negativ meint - sehr oft ist es auch positiv gemeint. Darüber freue ich mich immer sehr - wer freut sich nicht, wenn seine Arbeit anerkannt und gelobt wird?

Objektiv gesehen ist es ja auch einfach so - es ist immer viel zu tun und es ist immer was los. Die Waschmaschine läuft täglich, gerne auch zwei- bis dreimal, kaum ist eine Maschine gefaltet und weggeräumt ist der nächste Korb voll. Saugen kann ich unten dreimal täglich und wischen ebenso. Fünf Kinderzimmer sollen halbwegs in Ordnung gehalten werden.
Jacken, Schuhe, Mützen und Handschuhe von fünf Kindern brauchen einen eigenen Schrank im Flur. Der Kalender ist voll mit Terminen. Ein Kindergarten und aktuell drei Schulen sorgen alleine schon für genug Veranstaltungen. Dann Arzttermine, Logopädie, Frühförderung, Physiotherapie....
Es ist immer Leben in der Bude. Irgendjemand möchte immer etwas von mir - Vorgelesen bekommen, basteln, Hilfe bei den Hausaufgaben...

Nein, Langeweile kenne ich schon lange nicht mehr - und das ist auch gut so! So habe ich es gewollt und mir gewünscht (was jetzt auch nicht heißen soll, dass ich mir nicht mitunter eine kurze Auszeit wünschen würde...).

Letztlich ist es ja so: Alles Wertvolle im Leben erfordert auch Arbeit. Das geht ja schon mit Schule und Ausbildung los: Für seinen Traumberuf muss man sich anstrengen, lernen, Zeit und Arbeit investieren. Eine Ehe besteht auch nicht daraus, ständig auf Wolke sieben zu schweben. Es kostet Mühe und Arbeit, wenn man Konflikte bewältigen möchte und sich auch über die Jahre nahe bleiben möchte. Wie viel Arbeit Kinder machen muss ich ja nicht noch ausführen...

Der Punkt ist aber: Es ist es wert! Für die ganze Arbeit bekomme ich etwas unendlich viel Wertvolleres zurück. Was wäre das Leben, wenn man sich nicht mit ganzer Kraft in eine wichtige Aufgabe stürzen könnte? Würde ich lieber ohne Anstrengung vor mich hindümpeln? Ich glaube, dass wäre ein sehr langweiliges und unbefriedigendes Leben....
Wir sind dafür gemacht etwas zu schaffen - zu "er-schaffen". Diese Energie und Zeit stecke ich gerne in meine Familie, auch wenn das heißt, wieder mal das Badezimmer zu putzen oder den halben Tag bei Therapieterminen zu verbringen.
Letztlich unterscheiden Mütter sich da auch nicht - egal ob sie ein, zwei, fünf oder zehn Kinder haben. Wir versuchen, unsere Arbeit so gut wie möglich zu machen - und das ist es, was zählt.

1 Kommentar:

petra kannchen hat gesagt…

Hallo Stephanie,
schön hast du das geschrieben.Ich habe 2 Kinder,beide schon groß(19 und 24) und einer davon dieses Jahr ausgezogen.Ich muß sagen,ich ziehe meinen Hut vor dir.Gerade heute Morgen,als ich dein tolles Bible Journaling Bild auf FB sah,dachte ich noch,wie schafft sie das bloß mit 5 Kindern.Nachdem ich deinen Post gelesen habe,frage ich mich das immer noch.Ich muß gestehen,ich habe im Moment Mühe meinen Alltag zu bewältigen.Dabei sind nur noch der jüngste und mein Mann zu Hause.Für Hobbies keine Zeit,bloggen liegt lahm,da mein Mann fast den ganzen Tag am PC sitzt.Also ich gestehe zur Zeit bin ich nicht gerne Familienfrau.Nun durchleben wir auch gerade eine schwee Zeit,Tod der Schwiegermutter,Ärger mit der Schwägerin(Schwester meines Mannes),Eiszeit in der Ehe,familienunfreundliche Arbeitszeit vom Sohn,er lernt Bäcker usw. Ach nee,genug gejammert.Du bist ja nicht mein Kummerkasten.
Ich wünsche dir das dir deine Freude an Familie und Kinder lange erhalten bleibt mit allem was dazu gehört.
Liebe Grüße Pippi

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