Mittwoch, 24. Juni 2015

Wieder hervorgekramt: Küchengebet

Mittlerweile blogge ich seit mehr als vier Jahren und es hat sich im Laufe der Zeit eine Menge angesammelt. In diesem Sommer werde ich immer wieder mal alte Inhalte nochmal posten. Heute habe ich dieses Küchengebet für euch. Als ich es zum erstenmal las war ich sehr überrascht, denn es ist von der heiligen Teresa von Avila und somit fast 500 Jahre alt. Trotzdem passt es wirklich gut für mich in meinen ganz gewöhnlichen Alltag:


Herr der Töpfe und Pfannen,
ich habe keine Zeit, eine Heilige zu sein
und dir zum Wohlgefallen
in der Nacht zu wachen,
auch kann ich nicht meditieren
in der Morgendämmerung
und im stürmischen Horizont.
Mache mich zu einer Heiligen,
indem ich Mahlzeiten zubereite
und Teller wasche.
Nimm an meine rauen Hände,
weil sei für dich rau geworden sind.
Kannst du meinen Spüllappen
als einen Geigenbogen gelten lassen,
der himmlische Harmonie
hervorbringt auf einer Pfanne?
Herr der Töpfe und Pfannen,
bitte darf ich dir
anstatt gewonnener Seelen
die Ermüdung anbieten,
die mich ankommt
beim Anblick von angebrannten Gemüsetöpfen?
Erinnere mich an alles,
was ich leicht vergesse,
nicht nur um Treppen zu sparen,
sondern, dass mein
vollendet gedeckter Tisch
ein Gebet werde.     
Teresa von Avila (gekürzt)

1 Kommentar:

petra kannchen hat gesagt…

Hallo Stephanie,
was für ein wunderbares Gedicht und so aktuell für uns heutige Christinnen.Ich mag die Teresa von Avila auch sehr,ich hatte sie als Thema bei meine diesjährigen Exerzitien.da war auch ein Thema "der Herr ist auch zwischen den Kochtöpfen".Ich werde mir mal das Gedicht von dir kopieren.
Liebe Grüße Pippi

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