Donnerstag, 19. Juni 2014

Das Stoffwindelexperiment Teil 2 - die ersten Tage

Über meine/unsere grundsätzlichen Gedanken zu Stoffwindeln hatte ich ja schon hier berichtet.
Wir hatten nun erst einmal 5 TotsBots Easy-Fit All-in-Ones, die sehen so aus:

Diese Windeln sollen ab drei Kilo Gewicht bis zum Ende der Windelzeit passen - also probieren wir sie bei Clara aus. "All-in-One" heißt, dass die Windeln in eins und komplett sind - es ist keine Überhose nötig und auch nicht unbedingt zusätzliche Einlagen (das kann man dann machen, wie man möchte). Die Einlage (siehe oberes Bild) wird quasi in die Windel hineingeschoben, so dass man zwei Lagen hat.

Vorher habe ich noch Wegwerfvlies besorgt (das man in der Toilette runterspülen darf) und Ökowaschmittel. Fünf Windeln zu sammeln und extra zu waschen lohnt sich nicht wirklich, so dass ich beschlossen habe, die Windeln kurz von Hand auszuspülen und dann in der normalen Wäsche (40°) zu waschen. Für alle, die befürchten dass das unhygienisch wäre: Was macht ihr, wenn eine Windeln mal verrutscht, nicht hält oder ein kleiner Unfall passiert? Nur die wenigsten werden für einen verschmutzten Body eine extra Maschine anstellen (und viel mehr landet letztlich auch nicht unbedingt auf der Windel)! Wer sehr vorsichtig ist, packt wahrscheinlich Hygienespüler dazu - aber mehr auch nicht.
Meine Mutter konnte mir auch versichern, dass es vor dreißig Jahren nicht anders gehandhabt wurde.

Aber lest erst einmal:

Tag 1: Abends bekommt Clara die erste Stoffwindel um. Um diese Zeit ist nicht mehr mit einem großen Geschäft zu rechnen, daher verzichten wir auf das Wegwerfvlies. Claras Windeln sind in letzter Zeit morgens fast trocken, daher ist die Nacht für die Stoffwindel kein Härtetest und gut für den ersten Versuch. Clara scheint die Stoffwindel zu gefallen, sie fühlt sich anscheinend wohl damit.

Tag 2: Die nächtliche Windel war morgens nur leicht feucht. Nichts ist ausgelaufen, nichts scheint gedrückt zu haben. Clara lässt sich die nächste Stoffwindel anziehen und findet das offensichtlich weiterhin gut. Diesmal kommt ein Vlies hinein. Mittags wickeln wir, die Windel war nur nass, hat aber ohne Probleme und ohne zusätzliche Einlage gut gehalten. Bei der nächsten Windel ist es ebenso. Der Abend ist etwas stressig und mein Mann legt Clara für die Nacht eine Wegwerfwindel an - das ist auch völlig in Ordnung.
Die Stoffwindeln habe ich kurz mit Wasser ausgewaschen, dann wandern die drei Windeln abends in die normale Wäsche. 40 Grad, mit Intensiv-Spülen. Ich verwende ein einfaches Öko-Waschmittel und Entkalker.

Tag 3: Clara bekommt morgens wieder eine Wegwerfwindel, denn es geht zur Tagesmutter. Dort wird sie auch einmal gewickelt und in dieser Windel landet am frühen Nachmittag auch das große Geschäft - sehr praktisch! Dann gibt es wieder ein Stoffwindel - auch die hält und Clara fühlt sich wohl.
Die gewaschenen Windeln kommen morgens auf die Leine und trocknen schnell, es ist sonnig und warm. Sie sind absolut sauber geworden und riechen nicht unangenehm, wie auch die übrige Wäsche.

Tag 4: Wir wickeln wieder ausschließlich mit Stoffwindeln und gleich zweimal landet ein großes Geschäft darin. Mit dem Vlies ist das meiste davon schnell in der Toilette entsorgt. Die Windel bekommt auch ein bisschen was ab. Ich entferne was möglich ist mit einem Feuchttuch und wasche die Windel auch kurz aus. Die erste dieser Windeln kann praktischerweise direkt in die Wäsche und wird tadellos sauber. Auch hier riecht nichts unangenehm - weder Wäsche noch Windel. Das Falten und Wegräumen der Windeln empfinde ich nicht als zusätzliche Arbeit - es waren bisher ja auch nur zwei oder drei Windeln pro Maschine - die fallen dann wirklich nicht ins Gewicht.

Tag 5 und 6:
Für unterwegs und Ausflüge nutzen legen wir Wegwerfwindeln an, denn noch haben wir keine Wetbag, in der wir eine verschmutzte Windeln transportieren könnten. Zuhause nutzen wir die Stoffwindeln, und kommen mit den fünf Windeln erstaunlich gut hin, da diese ja fast immer direkt in der Waschmaschine landen. An diesen Tagen können wir nicht draußen trocknen, aber auch im Keller werden die Windeln im Laufe des Tages trocken.

Fazit der ersten Tage:
Wir haben es uns ja zugegebenermaßen ein bisschen einfach gemacht - All-in-Ones benutzt und diese mit der normalen Wäsche mitgewaschen. Außerdem war das Wetter meistens optimal zum Trocknen und wir sind von größeren Unfällen verschont geblieben.
Aber bisher können wir keinen größeren Nachteil an den Stoffwindeln feststellen! Was wir allerdings schon merken ist, dass der Windeleimer erstaunlich leer ist....

AIO (All-in Ones) sind total praktische Windeln, mit denen auch der Papa ohne Probleme zurecht kommt. Als ausschließliches System sind sie aber relativ teuer, weshalb ich die nächsten Windeln bestelle....
Ich möchte die Capri-Überhosen von Blueberry ausprobieren und bestelle ein Testpaket. Und davon berichte ich dann nächste Woche....

Kommentare:

Andrea hat gesagt…

Huhu, du hast um Rückmeldung gebeten und da ich gerade stille tue ich das mal via iPad . Ich wasche Windeln nicht mit 40 sondern 60 Grad und das nicht in der normalen Wäsche, sondern getrennt, weil ich ja sammele und nur alle zwei Tage wasche. Aber voll ist die Maschine dann natürlich dennoch nicht. Die Maschine erkennt das und verwendet entsprechend weniger Wasser.
Habe ich nur eine vom Ausflug landet die bei den Handtüchern oder so. Hygienespüler inclusive, wenn das große Geschäft drin war.
Und verdreckte Bodies von Lennart werden genauso behandelt. Das landet also nicht in der ganz normalen 40 Grad Wäsche.
Windeln in der normalen Wäsche Flusen auch kann ich berichten. Es war letztens versehentlich eine in der Maschine geblieben. Kam nicht gut.
da hat sicher jeder ein anderes Empfinden.

viele Grüße
Andrea

mamafuer4 hat gesagt…

Unsere Windeln werden auch mit der normalen Wäsche mitgewaschen, so muss ich gar nicht lang sammeln. Gewaschen wird dann einfach alles mit dem Windelwaschmittel und nichts riecht unangenehm und wird auch sauber :-)
Auf deinen Bericht über die Capris bin ich schon gespannt.
Lg bibi

Stephanie T hat gesagt…

Ich muss vielleicht noch ergänzen: Ich nehme noch das Extra-Spülen dazu und mache die Maschine nicht so voll. Wenn es passt, wasche ich Einlagen etc. auch mal bei 60° mit - mit einer roten Totsbots in der weißen Wäsche probiere ich das aber nicht so gerne....
Grundsätzlich möchte ich die Windeln auch extra waschen - aber zu diesem Zeitpunkt war (und ist) es nicht praktikabel. Wenn der Windelvorrat größer ist bzw. zwei Kinder mit Stoff gewickelt werden wird das anders sein.

Aus dem Stoffwindel-Waschen kann man auch eine wirkliche Wissenschaft machen - so kann man auch lesen (nur mal als Beispiel das mir gerade einfällt), dass man Windeln nicht mit Handtüchern waschen soll, weil diese zuviel Wasser aufsaugen....
Da muss wohl wirklich jeder seinen Weg finden, zumal die Möglichkeiten der verschiedenen Waschmaschinen ja auch sehr unterschiedlich sind...
Bei uns klappt so bisher gut.

LG
Stephanie

Daniela Thöne hat gesagt…

Huhu,

so ganz kann ich jetzt nicht mitreden, da ich ja keine dieser "modernen" Stoffwindeln benutzt habe, sondern Strickwindeln, darin dann normale Mullwindeln und ein Wegwerfwindelvlies, von daher stellte sich bei mir keine Farbenfrage, ebenso fusselten die nicht. Einzig die Bänder der Strickwindeln haben sich schon mal verfangen, aber beim Windel wechseln, habe ich die gleich schon zu einer Schleife gebunden oder schlaufig geknotet und meist hielt sich das Verheddere in Grenzen.

Auch mit der Wäsche habe ich mir so nicht so viel Umstand gemacht. Da alles hell und kochfest war, habe ich ganz normal Kochwäsche 60° gewaschen, meist extra, weil eh alle 2 Tage was zusammenkam, was eine Maschine füllte. Da ich 30 dieser Windeln hatte, reichte es auch für ein paar Tage. Aber ich hab auch mal so einzelne normal mit der Kochwäsche unserer Familie gewaschen oder ne Ladung Handtücher mit dazu.
Von Hand habe ich eigentlich nichts ausgewaschen, es sei denn am Anfang mal den sehr breiigen Muttermilch Stuhl, aber das Windelvlies hat eigentlich sehr gut gehalten.
Ebenso hab ich um das Waschen jetzt nicht so eine große Wissenschaft gemacht. Aber wie gesagt, ich hatte auch die ganz einfache Variante. Und ich konnte alles in den Trockner werfen und nach 3 Stunden war alles wieder wie neu.

LG Daniela

Feuer Melle hat gesagt…

Hi,
sehr interessant :) wir waschen die Windeln mit der übrigen 60 Grad Wäsche und ich wasch sie vorher nicht extra aus, es sei denn, es ist mal was vom großen Geschäft darin gelandet. Da wir aber regelmäßig abhalten, kommt das kaum vor und nach dem Waschen riecht alles frisch.
Für unterwegs nehmen ich einfach eine alte Platiktüte dreh sie oben zu und wickel das dann um die Windel. So bleibt der Geruch im inneren und alles bleibt trocken. Versuche zwar sonst auf Platiktüten zu verzichten, aber irgendwie landen hier doch immer mal wieder welche und die werden dann unter anderem zur Wetbag.
Viel Spaß beim weiteren ausprobieren.
LG Melanie

Doro hat gesagt…

Ich hab meine in der Regel immer extra gewaschen. Als ich begonnen habe, wurde mir geraten, dass ich mindestens 22 Windeln haben sollte, damit man nicht ständig waschen muss und es genügend sind, um eine Maschine soweit zu füllen, dass sich der Waschgang von der Ökologie her gesehen auch lohnt. Ich wasche auch immer mit 60°.
Und ich habe auch für 4 Monate Stoffwindeln für 2 Kids per Hand gewaschen. Das war aber sehr, sehr viel Arbeit. Wurden aber dank einlegen in kochendem Wasser usw. auch rein ;-)

Für den Dauereinsatz sind Windeln mit Überhosen meiner Erfahrung nach langlebiger. Ich hatte ein paar All-in-One geerbt und die waren lange nicht so nässe-dicht, wie meine Überhosen-extra-Windeln.
Aber wie gesagt hat sich in den letzten Jahren auch hier entwicklungstechnisch viel getan und ich bin diesbezüglich nicht up to date ;-)
Gruß aus Afrika
Doro

alltagsmix hat gesagt…

Ich wasche meine Windeln bei 60 °C und ab und zu auch mal bei 95 °C. Vor allem bei Durchfall oder Soor, damit wirklich alle Bakterien weg sind. Und der Waschmaschine tut so ein Waschgang zur Reinigung auch gut. Die Windeln kommen zur normalen Kochwäsche dazu. Überall wo Klett dran ist (Überhosen), stecke ich sie zur Schonung der übrigen Wäsche in einen Wäschesack, zuvor das Klett schließen.
Wetbag ist eben die komfortablere Variante, unterwegs benutzte Stoffwindeln aufzubewahren. Eine schnöde Plastiktüte geht auch ;-).
Aber ich freue mich, daß noch mehr wieder Stoffwindeln nutzen. Finanziell und ökologisch sind sie einfach toll. Außerdem tun sie der Haut gut.
Richtig schick, wäschesparsam und gut anzulegen sind übrigens auch die AIO3 von der Windelmanufaktur. Sie werden in Deutschland hergestellt, absolut beste Qualität und auch mit eigenen Einlagen bestückbar. Der Wiederverkaufswert liegt bei 80-90 %!

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