Mittwoch, 11. Juni 2014

Das Stoffwindelexperiment Teil 1- wie kommt die denn da drauf?

Ich gebe zu: Ein bisschen verrückt scheint es ja, beim fünften Kind ernsthaft über die Verwendung von Stoffwindeln nachzudenken, wenn man vorher immer "normal" gewickelt hat. Wie kommt man auf diese Idee? Warum will man sich die zusätzliche Arbeit antun?

Tatsächlich habe ich drei Kinder lang nicht wirklich über das Thema Stoffwindeln nachgedacht. In dem einen oder anderen Babykatalog waren vielleicht mal welche abgebildet, aber interessiert hat mich das nicht. "Zuviel Arbeit", damit habe ich das Thema abgetan.

Dann las ich mehr Blogs, und immer öfter stieß ich dabei auf Familien, die mit Stoff wickelten. Als ich mit Clara schwanger war, habe ich ein paarmal kurz überlegt, ob Stoffwindeln eine Option wären. Aber mit dem Gedanken "Für nur ein Kind lohnt sich die Anschaffung ja bestimmt nicht" (ihr dürft jetzt gerne lachen) war diese Idee schnell wieder verworfen.
Und dann war ich wieder schwanger. In der Zwischenzeit hatte ich noch mehr von Stoffwindeln gelesen. Und da unsere 80 l Restmülltonne schon gut ausgelastet ist, habe ich das Thema mal mit meinem Mann besprochen... und siehe da: er stand dem gar nicht ablehnend gegenüber!

Und so fing ich an, mich ein bisschen schlau zu machen und einzulesen.... Und das Thema Stoffwindeln ist erstmal wirklich unübersichtlich und verwirrend! Man muss sich schon ein bisschen Zeit nehmen um sich einzulesen und um einen Überblick zu bekommen! Zum Glück gibt ganz tolle Internetseiten, Blogs und YouTube-Videos zu diesem Thema!
Hier ein paar Beispiele:
Windelwissen - ganz tolle Graphiken und Zusammenfassungen
Schickgewickelt
Wickelmania
Noch mehr Links findet ihr auf meinem Pinterest-Bord zu dem Thema.

Nachdem wir uns ein bisschen eingelesen hatten, waren wir noch überzeugter davon, Stoffwindeln auszuprobieren. Folgende Gedanken spielen dabei eine Rolle:

- Stoffwindeln machen wesentlich weniger Müll - das wird für uns heißen, dass wir die Kosten für eine größere Mülltonne sparen können. Außerdem ist es besser für die Umwelt.
- moderne "All-in-ones" sind in der Handhabung nicht viel komplizierter als herkömmliche Windeln
- ich muss aus dem Stoffwickeln keine Ideologie machen. Wenn ich in stressigen Zeiten wirklich mal nicht mit dem Waschen und Trocknen nachkomme oder wenn ein Magen-Darm-Virus rumgeht - dann kann ich auch einfach Wegwerfwindeln verwenden
- mit Stoffwindeln lasse ich weniger Chemie und mehr Luft an den zarten Babypopo - abgesehen davon soll die Temperatur in Stoffwindeln nicht so hoch werden wie in Wegwerfwindeln - ein Argument bei kleinen Jungs
- pro Kind kann ich im Laufe von drei Jahren bis zum Trockenwerden mindestens 1000-1200 € für herkömmliche Windeln rechnen, kaufe ich nur Marken, noch mehr. Selbst wenn ich 500 € in Stoffwindeln investiere und die Kosten fürs Waschen dazurechne, ist da Sparpotenzial
- gebrauchte Stoffwindeln lassen sich super wieder verkaufen, fast zum Originalpreis. Wenn mir eine Art Windel oder System nicht zusagt, kann ich davon ausgehen es auch gut weiter verkaufen zu können. So kann ich guten Gewissens verschiedenes ausprobieren.
- wenn ich frühzeitig anfangen die Windeln zusammenzukaufen kann ich vielleicht das eine oder andere Schnäppchen machen und verteile die Anschaffungskosten auf mehrere Monate
- Ganz ehrlich: Es gibt so süße Stoffwindeln, dass das alleine schon ein Argument für die Verwendung ist! Schaut euch mal auf den oben genannten Seiten und in entsprechenden Shops um!

Ich hatte dann die Möglichkeit sehr günstig an fünf gebrauchte TotBots  Easy-Fit All-in-One Windeln zu kommen. Immer noch mit dem Gedanken, diese für das Baby zur Seite zu legen.
Als die Windeln dann unterwegs waren, kam mir doch noch eine andere Idee: Die Windeln sind "OneSize" - sollen also über fast die gesamte Wickelzeit passen..... Warum dann warten und die Stoffwindeln nicht schon bei Clara ausprobieren? Die ersten Erfahrungen mit dem Waschen und der Handhabung sammeln, eher das Baby da ist?
Nicht als völliger Anfänger in den Babyflitterwochen damit dazustehen, dieser Gedanke gefiel mir. Und so habe ich die Vorbereitungen getroffen, um die Stoffwindeln bei Clara auszuprobieren.

Und wie das geklappt hat, davon erzähle ich euch im zweiten Teil! Und auch danach werde ich euch weiter berichten, welche Erfahrungen wir mit welchen Windeln, mit dem Waschen, dem Wickeln unterwegs und und und gemacht haben bzw. noch machen, denn wir stecken jetzt mittendrin, im Stoffwindelexperiment!

Wer von euch wickelt noch mit Stoff bzw. hat Erfahrungen damit?

Kommentare:

mamafuer4 hat gesagt…

Na dann bin ich mal gespannt was du so sagst. Wir sind ja auch am testen und bislang gefallen mir die totsbots am besten und halten auch am trockensden, bzw laufen sie kaum aus.
Aber ich konnte die zum gleichem preis wie ich die gebraucht gekauft habe auch wieder weiter geben :-)
Das waschen find ich gar nicht schlimm und muss es eh jeden Tag , aber d kennst du ja auch ;-) lg bibi

Feuer Melle hat gesagt…

Wir sind mit den Totsbots auch super zufrieden. Für Unterwegs gibt's die hübschen All in One's und sonst die normalen mit Überhose. Da wir von Anfang an abgehalten haben, ist ein Auslaufen sowieso die Ausnahme. Viel Spaß beim weiteren experimentieren :)

Doro hat gesagt…

Hi, ich habe schon einige Kinder mit Stoff gewickelt. Keins zu 100%, denn vor allem für die Nacht habe ich recht früh schon on-way Windeln benutzt, um nicht mitten in der Nacht Windeln wechseln zu müssen. Meine Große ist schon 10 und damals gab es noch nicht ganz so viele Systeme wie heute - aber auch schon genug, um für Verwirrung zu sorgen :-)
Ich hatte dann überwiegend mit Überhosen extra, was meist auch langlebiger ist, da die Überhosen nicht ständig gewaschen werden und somit die Dichtigkeit länger erhalten bleibt.
Außerdem habe ich auch die Erfahrung gemacht, dass meine Kinder in Stoffwindeln weniger ausgelaufen sind beim großen Geschäft, als das in den herkömmlichen der Fall war. Da musst ich echt oft das komplette Kind umziehen, weil es eben doch wieder im Body hing. Meine Stoffwindeln haben da deutlich besser geschlossen.
Und der Müll ist echt DEUTLICH weniger!!!
Viel Spaß weiterhin beim Experimentieren :-)

Daniela Thöne hat gesagt…

Ich habe auch beim 5. Kind mit Stoffwindeln angefangen, allerdings mit der ganz einfachen Variante der Mullwindel, Strickwindel und Wollstricküberhose und 2 Windelhosen mit Klett hatte ich noch. Dazu dann noch ein Windeleinlegevlies. Dieses ganze Windelset hatte ich von einer Nachbarin bekommen und habe es nach erfolgreicher Wickelzeit wieder an sie zurückgegeben.
Ich fand es nicht viel Arbeit, habe daraus aber auch keinen Kult gemacht und habe auch nirgendwo mich großartig informiert, welches die beste oder günstigste oder "was-weiß-ich-was" Windel ist. Die Wäsche empfand ich auch nicht als besonderen Mehraufwand. Und ich hatte mir die Windeln gleich beim zusammenfalten schon als "Paket" fertig gemacht, so dass ich eben immer (wie bei Einmalwindeln) nach dem fertigen Windelpaket greifen konnte, auch für unterwegs habe ich das so gehandhabt. Nur einmal hatte ich ne Pampersart für unterwegs genommen, mit dem Ergebnis, zu Hause mein Kind komplett neu ankleiden zu müssen, weil diese Windel völlig überfordert mit dem Muttermilchstuhl war. Das hatte ich bei Stoffwindeln nie gehabt.

Viel Spaß dabei.

Daniela

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