Sonntag, 3. November 2013

"Mord am Lord"- Buchrezension

Über "Blogg dein Buch" habe ich ein Exemplar von "Mord am Lord" von B.a. Robin aus dem Goldfinch-Verlag bekommen. Kaufen könnt ihr es hier.

Mord am Lord – ein Krimi der feinen englischen ArtDer Untertitel lautet "Ein Krimi der feinen englischen Art" und folgendes steht auf der Rückseite:
"Eindeutig Pech- wegen einer verlorenen Wette muss der erklärte Urlaubshasser Theo seine beste Freundin Josie nach England begleiten. Ziel ist das Museum Josies Lieblings-Krimiautorin: Agatha-Christina Sotheby. Doch eine falsche Abzweigung im labyrinthischen Gebäude führt die beiden mitten in den einzigen unvollendeten Roman Sothebys: "DerTote in der Bibliothek".
Als die berühmten Detektive Miss Rutherford und Mr. Stringer sollen sie den Mord an Lord Westholm aufklären.Übrigens ist das auch die einzige Möglichkeit für die beiden, die Geschichte wieder zu verlassen. Doch der Fall ist verzwickt und schnell kommen weitere Leichen hinzu..."

Als ich diese Beschreibung bei "Blogg dein Buch" las habe ich direkt und ohne zu zögern eine andere Bewerbung zurückgezogen und mich für dieses Buch beworben. Eine Parodie auf den englischen Detektivroman und Agatha Christie - her damit!
Ich habe mein erstes Agatha-Christie-Buch mit zehn oder elf gelesen und danach im Laufe der Zeit den größten Teil ihrer Kurzgeschichten und Romane. Und noch immer lese ich "englische" Krimis am liebsten.
Viele Anspielungen im Buch sind offensichtlich, andere etwas versteckter. Und ich würde mich wundern, wenn nicht auch noch ein paar ganz versteckte für Experten dabei sind. Von den Namen der beiden Detektive über den Titel des verschollenen Romans ("Die Tote in der Bibliothek" ist übrigens der zweite Roman mit Miss Marple), Einzelheiten aus dem Leben der Autorin, andere Romantitel ("Zehn kleine Eingeborene"), der "Belgier", der Zug aus Paddington mit dem die Tochter des Lords zurückkehrt..... Es wimmelt nur so vor Anspielungen.
Natürlich dürfen sowohl das Personenverzeichnis am Anfang als auch die große Enthüllungsszene nicht fehlen. Und selbstverständlich die klassischen Figuren: der typisch englische Lord, die dekadente Tochter, die arme Verwandte, die fleißige Angestellte, der treue Butler, das verängstigte Dienstmädchen, der schöne Herzensbrecher, der undurchsichtige Anwalt, der trottelige Freund... sie alle findet man in diesem Roman.
Ebenso findet man Anspielungen auf andere Detektivgeschichten: Der Freund des Lords heißt Burnaby und Theo versucht sich an verschiedenen Verhörmethoden von Fernsehdetektiven.
Überhaupt sind die beiden Hauptfiguren köstlich: Exzentrisch, einmalig und sehr verschieden. Zu den besten Stellen des Buches gehört für mich, wie Theo den Anwalt in "Inspektor Columbo-Manier" verhört - was habe ich gelacht!
Da die beiden Hauptfiguren sowohl aus der Zukunft als auch aus der Realität in den Roman kommen, haben sie einen Abstand zur Romanhandlung, der sie immer wieder analysierende und kritische Aussagen machen lässt wie: "Ich weigere mich zu glauben, dass Agatha-Christina den Diebstahl von 150 Pfund als Mordmotiv nutzt. Der Betrag ist nicht hoch genug, um einen der Bewohner glaubwürdig zum Mord zu verführen. Dann bleibt nur das Personal, und das passt noch weniger zu ihren Krimis."

"Mord am Lord" ist eine lustige und leichte Lektüre für Agatha-Christie-Fans und Freunde des englischen Detektivromans. Ob andere auch Spaß daran haben kann ich nicht beurteilen. Ich finde das Buch sehr gelungen und habe es gerne gelesen. Über die Glaubwürdigkeit der Rahmenhandlung macht man sich natürlich besser keine Gedanken. Die Lösung des Rätsels typisch und passt sowohl zum Roman als auch zum Genre. Das Ende finde ich nicht ganz so gelungen, auch wenn nicht unbedingt mit einer guten Alternative aufwarten kann.Vier von fünf Sternen!

Kommentare:

saadiya hat gesagt…

Ich mag solche Bücher ja gar nicht, das muss ich gestehen, was mich aber begeistert hat, war Charlotte Link;) Vielleicht ist das ja auch was für dich.

Liebe Grüße
Sissy

Stephanie T hat gesagt…

Charlotte Link habe ich bisher nur als "Notfalllektüre" gelesen, also wenn ich nichts anderes mehr da hatte. Ich finde die Bücher bisher ok, aber vom Hocker gehauen hat mich noch keins...
LG

Murel hat gesagt…

Klingt interessant ;-) werde ich auf meine Bücherliste setzen. Danke
LG Murel

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