Dienstag, 9. Juli 2013

Eine unerwartete Möglichkeit

Heute morgen hatte ich einen Termin, zu dem ich Clara nicht so gut mitnehmen konnte. Meine Mutter war so nett auf sie aufzupassen. Diese Zeit hat sie genutzt um eine Freundin zu besuchen. Diese Freundin kenne ich auch gut (sie liegt altersmäßig zwischen mir und meiner Mutter) - und sie arbeitet seit ein paar Jahren als Tagesmutter. So konnte Clara also noch mit ein paar Kindern spielen, während die beiden Frauen sich unterhalten konnten.

Als meine Mutter Clara wiederbrachte, hatte sie ein Angebot für mich dabei: Diese Freundin hat ab August noch 10 Stunden für ein Tageskind frei. Clara könnte zweimal in der Woche dorthin, offiziell für 10 Stunden, tatsächlich auch für weniger. Im Rahmen des Betreuungsanspruchs wäre das Angebot für uns kostenlos, da wir hier in unserer Stadt nur für ein (Kindergarten-)Kind bezahlen müssen.

Erstmal war ich platt. Was machen wir jetzt?

Grundsätzlich glaube ich, dass Kleinkinder am besten im familiären Rahmen betreut werden.
Aber: Ich könnte schon Hilfe und Unterstützung brauchen. Mein Mann ist von Montags bis Freitags von sieben Uhr morgens bis sechs Uhr abends (und manchmal noch länger) unterwegs. Er arbeitet nicht um die Ecke, sondern 50 km entfernt. Sophia kann zwar mal kurz auf Clara achten, aber für wirkliche Babysitterdienste ist sie noch zu jung. Meine Mutter muss noch relativ viel arbeiten und hat jetzt zusätzlich die Betreuung meiner Oma. Mein Vater arbeitet im 3-Schicht-System. Meine Schwiegermutter übernimmt schon Fahrdienste (z.B. bringt sie Leona immer zur Logopädie). Sie ist auch ehrenamtlich engagiert und viel mehr kann ich ihr nicht zumuten. Abgesehen davon gehen unsere Meinungen z.T. sehr weit auseinander.... Meine Geschwister arbeiten, so dass Unterstützung während der Woche gerade sehr schwierig ist. In den letzten Monaten musste ich deshalb Arzttermine für mich mehrfach verschieben - niemand konnte Clara übernehmen.
Clara schläft tagsüber sehr wenig und klettert sehr viel - das macht es nicht leicht, nebenbei die Haus- und Gartenarbeit zu schaffen.
Ginge Clara zweimal in der Woche für zwei bis drei Stunden zu dieser Tagesmutter hätte ich wesentlich  mehr Luft: Für Arzttermine, um zum Friseur zu gehen, für Haushalt und Garten.
Davon würde wahrscheinlich nicht nur sie profitieren, sondern die ganze Familie.

Aber: Wäre es für Clara zuviel?
Heute hat sie wohl die ganze Zeit zwischen den Kindern gespielt, ohne immer wieder bei Oma zu landen. Sie hat sich anscheinend wohl gefühlt, kam hier schlafend an und ist jetzt auch nicht verdreht oder schlecht gelaunt. Clara verbringt ohne Probleme mal eine oder zwei Stunden bei der Oma oder bei meinen Geschwistern. Sie ist gerne in Gesellschaft anderer Kinder.
Bei dieser Tagesmutter wüsste ich sie in guten Händen, sie ist einer der liebsten und herzlichsten Menschen die ich kenne. Wahrscheinlich wäre es kein Problem, wenn Clara mal nur für zwei Stunden käme und auch mal gar nicht (fünf Stunden sind mir definitiv noch zuviel).
Ein weiterer Vorteil wäre, dass sich die Frage nach der Loslösegruppe oder dem Kindergarten in einem Jahr erledigt hätte. Clara könnte weiter zu dieser Tagesmutter gehen. Hol- und Bringzeiten sind viel flexibler. Zu Fuß bin ich in nicht mal fünf Minuten da. Einen familiären Rahmen findet Clara dort auf jeden Fall.
Zumindestens ein anderes Mädchen dort würde auch später in den gleichen Kindergarten wechseln.

Einerseits ist es für mich auf jeden Fall seltsam, sie zur Tagesmutter zu geben. Andererseits ist es eine Gebetserhörung. Es gab in den letzten Monaten nicht wenige Momente, in denen ich nicht mehr wusste, wie ich alles schaffen sollte. Ist das jetzt die Antwort?
Ganz ehrlich: Würde meine Mutter anbieten, Clara zweimal die Woche morgens für zwei oder drei Stunden aufzupassen, würde ich das gerne annehmen.

Wir werden darüber nachdenken und beten. Und ich werde mal anrufen und in den nächsten Tagen dort vorbeischauen um mir besser eine Meinung bilden zu können.

Ein bisschen ratlos und verwirrt...

Kommentare:

verAnäht hat gesagt…

Hey Steffi,

TU ES! Das kann dir nur helfen und Clara wird es auch bestimmt nicht schaden. Sie ist doch andere Kinder um sie rum auch schon gewöhnt, wahrscheinlich hätte sie gar keine Eingewöhnungsprobleme. Und wenn du tatsächlich so flexibel in der Wahl der Betreuungszeit bzw. dem Umfang bist - also, ich würd's tun!

So, und nun will ich mich erstmal bei dir in die Freundeliste eintragen.
Herzlich Willkommen in meiner! ;-)

Alles Liebe!
Vera

Muschelsucher hat gesagt…

10 Stunden in der Woche würde ich nicht als Betreuung außerhalb der Familie ansehen, denn solche Stunden sind früher auch angefallen, wenn Mama zB auf dem Hof gearbeitet hat, daß die Kinder von anderen beaufsichtigt wurden. Ich denke, es ist eine ideale Lösung für Euer Problem und gibt Dir flexible kinderfreie Zeit, die auch notwendig ist.

Liebe Grüße

coogy44 hat gesagt…

Als Vater von bislang nur drei Kindern, dessen älteste von 6 Jahren nun bereits 5 Jahre KiTa Erfahrung hat, gebe ich gerne die Empfehlung jedes Kind in Kindergruppen zu bringen. Das tut den Kindern immer gut.

Zu dem Dorf, das es braucht um ein Kind groß zu ziehen, gehören neben der eigenen Familie auch andere Kinder. Den Dorfplatz oder großen Hinterhof, wo sich alle Kinder automatisch treffen, gibt es nicht mehr. Er heisst heute KiTa und ist -leider- von Staatswesen durchorganisiert. Aber davon merken die Kinder kaum etwas. Es tut ihnen gut, sich an anderen Kinder zu erfahren. Dazu gehört auch die eine oder andere Reiberei!

pohlmeyersmanege hat gesagt…

Hallo Stephanie,

eigentlich bin ich eine stille Leserin deines Blogs, als ich ich jedoch diesen Beitrag las, ging es mir direkt ans Herz und damit auch an die Tastatur.

In meinem Bekanntenkreis habe ich nämlich gerade einen ganz ähnlichen Fall:
Mama von drei Kindern, Papa arbeitet viel, die beiden Großen sind bis mittag (und manchmal darüber hinaus) in der Schule bzw. Kita, der Jüngste ist bei ihr zu Hause. Da er ein recht "aktives" Kind ist, schafft sie die Haus- und Gartenarbeit nur mühsam und nie so wirklich richtig. Fazit: Stress und eine große Unzufriedenheit bei der Mama und damit auch schnell bei der ganzen Familie.

Sie hat sich nun ganz bewusst eine Tagesmutter gesucht, um diese Situation zu entschärfen. Zum Glück hat sie eine ganz liebe Frau gefunden und der jüngste Drops verbringt nun zwei Vormittage bei ihr. Seitdem geht es (ihr) besser!

Darum mein Rat aus der virtuellen Ferne: Versuch es doch einfach mal! Alles, was uns Mamis Erleichterung im Alltag verschafft, sollte man tun! Meine Meinung...

Ich wünsche euch Gottes Unterstützung bei der Entscheidungsfindung und seinen Segen für eure Familie!

Nadine :-)

Herz und Heide hat gesagt…

Liebe Stephanie,
ich kommentiere nur sehr selten, aber nun muss ich Dich doch auch ermuntern!
Selbst wenn ich nicht arbeiten würde, würde ich Hannah wohl für einige Stunden zur Tagesmutti geben. Sie hat so einen unglaublichen Sprung in ihrer Entwicklung gemacht, seit sie mit gleichaltrigen Kindern in einer Gruppe ist.
Gerade wenn es so flexibel und kostenlos ist - du kannst es ganz nach euren Bedürfnissen regeln. Ob es nun der Vereinfachung des Haushalts dient oder ganz einfach mal Deiner Entspannung - wenn du ein gutes Gefühl hast, dann gönne es dir ohne schlechtes Gewissen. Es ist so erfrischend, wenn man mal ein, zwei Stunden ganz für sich hat. Da ist sogar der Haushalt erholsam :-) Mütter haben soviele Aufgaben, wenn Du ein bisschen auftankst, wirkt es sich auch positiv auf Deine Haltung und für Deine Family aus.
Aber es stimmt schon, dein Bauchgefühl muss stimmen. Ich bin mir sicher, Gott wird dir eine Antwort geben - manchmal liegt die Antwort auch schon in der Möglichkeit, die Er uns direkt vor die Füße legt.

Liebe Grüße und Gottes Segen für Euch!
Reini

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