Dienstag, 15. Januar 2013

Zeit für jeden

Wenn man mehrere Kinder hat, ist es ein wichtiges Thema: Zeit mit jedem Kind alleine verbringen. Jedem Kind zuhören, für jedes Kind da sein - auch mal ganz ausschließlich und exklusiv.

Für dieses Jahr habe ich mir vorgenommen, mit jedem Kind eine besondere Sache alleine zu machen. Das ist schön und wird bestimmt ein tolles Erlebnis. Aber noch wichtiger sind die regelmäßigen kleinen Exklusiv-Momente. Manchmal muss man sich die auch im Alltag bewusst nehmen.
Es gibt aber auch Zeiten, da ergeben sich diese Momente wie von selbst. Gerade in den letzten Tagen ist es mir hier aufgefallen, dass jedes Kind seine ausschließlichen Zeiten mit mir hatte - ohne, dass ich es groß geplant hätte.
Leona hat morgens oft Zeit mit mir alleine, wenn die Großen schon in der Schule sind (Clara zählt nicht so richtig mit, die darf immer dabei sein und gehört im Moment sozusagen noch zu Mama dazu).
Justus war ja krank zu hause und hat sich morgens seine Zeit mit mir geholt als die Mädchen im Kindergarten und in der Schule waren. Mit Sophia zusammen war ich zum Erstkommunion-Aktionsnachmittag unterwegs und auch zum Tauferinnerungsgottesdienst.

Es gibt immer wieder Gelegenheit, mir für ein Kind besonders Zeit zu nehmen. Aber ich muss mit offenen Augen durchs Leben gehen und diese Gelegenheiten sehen und nutzen. Und manchmal, muss ich sie auch schaffen.

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Kommentare:

Sandra-Maria Erdmann hat gesagt…

Für jedes Kind Zeit zu haben ist die schwierigste Aufgabe für eine Mama in einer Großfamilie! Das, was du dir vorgenommen hast, haben wir in diesem Jahr auch vor. Mein Jüngster hat schon einen exclusiv-Urlaub mit mir angekündigt... für mich ist es wirklich eine große Herausforderung jedem Kind gerecht zu werden.

Liebe Grüße,
Sandra aus der Kinderküche

Andrea hat gesagt…

Hallo !

Gestern am Telefon sprachen wir noch kurz drüber, wie schwer das doch ist. Aber irgendwie ist es auch so, das man im Alltag nur mal genauer hinschauen muss und dann sieht, das sich jedes Kind seine Zeit holt.

So ist es gerade bei Elisa und Jonathan zum Beispiel so, das Mama bestimmte Dinge tun muss. Ausschließlich Mama. Anziehen, ins Bett bringen, Geschichte vorlesen. So kommen sie zur Zeit mit mir. Die Großen Kinder sind gerade im Auto oder mittags sehr gesprächig. Auch sind sie abends noch mal länger wach und kommen dann auf ihre Kosten und Sara hat mittags immer ihre Zeit, wenn wir gemeinsam die Hausaufgaben machen. Die darf der Papa gerade auch nicht nachgucken. Muss die Mama, was mich wundert. Denn die Mama fordert mehr ein.

Ja, der Alltag ist und bleibt turbulent. Ich muss jetzt Kakao machen für die Schneekinder :-)

Liebe Grüße
Andrea

Julia in England hat gesagt…

Das ist ein schönes Vorhaben für's neue Jahr! Das Problem ist bei uns natürlich auch so...

Mama Mia hat gesagt…

Schööön!
toll das du Dir das so bwusst machst udn diese Exklusivzeit ganz besonders wahrnimmst und geniesst!
ich habe ja nur mein kleines Einzelkind-Mädchen und geniesse es soooo sehr die ganze Liebe und meine ganze verfügbare Zeit nur ihr widmen zu können.
Ich bewundere das sehr wie Mehrkind-Mamas das so machen, besonders eben wenn sie es intensiv wahrnehmen wie Du! Toll, hut ab... Deine Kiddies werden es sicher genauso geniessen udn einmal sehr, sehr dankbar sein für diese Mama-Zeit!
GLg, MamaMia

Turbulentes Leben in einer Großfamilie mit Besonderheiten hat gesagt…

sich Zeit nehmen und jedem gerecht werden sind schon auch so zwei Paar Schuhe.
Man kann das "sich Zeit nehmen" auch nicht immer so eins zu eins auf jedes Kind übertragen.
Übertrieben geschildert: Wenn ich eines der Kinder trösten muss, weil es sich verletzt hat oder gerade etwas erlebt hat, weshalb es Trost braucht, bringt es nichts, wenn ich zu den anderen gehe und eines nach dem anderen in den Arm nehme, damit alle gleichviel Trost von mir bekommmen.
Die große Kunst besteht ja darin, zu erkennen, wann eins meiner Kinder mich und meine Zeit braucht und diese dann auch zu geben bzw. zu haben, auch wenn ich dafür vielleicht meine Kaffeepause zurückstellen muss. Genauso gut gibt es Zeiten, wo vielleicht das eine oder andere Kind gerade mal lieber alleine sein möchte, weil es diese "alleineZeit" braucht, da bringt es nichts, wenn ich dann Zeit einfordere, weil ich meinem Kind ja Zeit widmen möchte.

Du hast noch kleinere Kinder, bei uns sind die Ältesten ja schon groß und oft höre ich, dass ich mich um sie ja nicht mehr kümmern muss, weil sie ja so selbstständig sind und so vernünftig und mich nicht mehr brauchen.
Und gerade sie brauchen mich/uns als Eltern, Ansprechpartner gerade jetzt sehr.
Natürlich muss ich ihnen keine Windel mehr wechseln, sie ziehen sich alleine an und aus, essen selbstständig und können sich auch selbst organisieren um von A nach B zu kommen, aber sie brauchen die Gespräche mit uns. Und....ja, sie sind vernünftig, sie sehen, wenn ich gestresst bin, dann verkrümeln sie sich in ihr Zimmer, ich seh sie nicht, ich brauche mich nicht drum kümmern, aber sie selbst brauchen mich gerade ganz doll. In diesem Bereich ist es sehr schwierig, fast ein wenig difficile, genau zu erkennen, wann mich meine Kinder brauchen.
Zum Beispiel: ich hätte Zeit mit den Großen was zu spielen, ja, möchten sie auch. Sie schlagen vor "Zickezacke Hühnerkacke" - ich entgegne "meint ihr nicht mit 12, 14 oder 16 Jahren wäret ihr nicht etwas alt für dieses Spiel? Lasst uns doch lieber Alhambra spielen". Ja, meine Kinder spielen es mit mir, aber für sie ist es dann so, dass sie mir zuliebe mit mir gespielt haben, aber nicht, dass ich mit ihnen gespielt habe, denn ich habe ja ihren viel zu kindischen Spielwunsch nicht erfüllt. Ist jetzt mal ein vielleicht banales oder weithergeholtes Beispiel.
Oder wenn ich gerade im guten Gespräch mit unserer Großen (16 J.) bin, wirklich ein gutes Gespräch, tiefgehend, intensiv - da auf einmal steckt Ann-Sophie mal wieder ihre komplette Hand in den Mund, würgt und erbricht. Sofort muss ich das Gespräch unterbrechen, um dort einzugreifen. Meine "gut erzogene" große Tochter hilft mir natürlich, redet aber nicht weiter und geht irgendwann mit einem versuchten nichtssagenden Blick aus dem Zimmer. Das sind Spaghatsituationen, wo ich mich manchmal echt gerne klonen würde, damit ich mich aufteilen könnte. Ein 3 oder 4jähriges Kind würde vielleicht einen Trotzanfall bekommen und sein Recht einfordern, die großen Kinder, die ja schon sehr verständig sind, die vieles bei uns auch miterlebt haben, ziehen sich dann mehr oder weniger resigniert in sich zurück, denn sie wissen ja (rein verstandesmäßig), dass das jüngste Geschwisterkind jetzt wirklich meine ganze Aufmerksamkeit braucht, aber sie selbst hätten mich genauso jetzt gebraucht.
Es gibt immer 2 Seiten der Medaille.

Ziemlich verworren geschrieben.


Liebe Grüße
Daniela

Andrea hat gesagt…

Hast du nicht verworren geschrieben, das trifft es sehr gut. Lässt sich aber wahrscheinlich nur nachvollziehen, wenn man schon größere Kinder hat.

Wir kommen gerade in diese Phase des Familienlebens und ich weiß sehr gut, was du meinst.

Zeit muss ich hier und jetzt für meine Kinder haben. Immer dann, wenn sie nachfragen, wenn sie kommen. Nicht, wenn ich mir gerade mal Zeit genommen habe und meine, es wäre jetzt mal Zeit.

Viele Grüße
Andrea

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