Mittwoch, 9. Januar 2013

Blogparade - ein ganzer Stall voll Kinder

Für den Januar hat sich Testmama Kerstin ein sehr schönes Thema ausgesucht. Sie schreibt dazu:

“Ein Stall voller Kinder vs. glückliches Einzelkind” soll unser Thema lauten und ich bin sicher, dass euch dazu einiges einfallen wird. Und nicht nur das: Ganz nebenbei können wir auch aufräumen mit Vorurteilen (wie dem verzogenen Einzelkind, das schon mit vier Jahren sein eigenes Pferd besitzt oder der Mehrkindfamilie, derer Mutter nur alte Strickpullis trägt), wir können Einblick geben in unsere Familienplanung und uns austauschen zum Abenteuer Großfamilie oder auch zu unserem Lebensentwurf, der nur ein Kind beinhaltet. 

Erzählt mir von eurer Familie, berichtet mir vom optimalen oder nicht ganz so passenden Altersabstand, schreibt darüber, wie glücklich oder unglücklich ihr mit eurer Situation seid. Und vielleicht habt ihr auch ein paar Tipps für diejenigen, die noch weitere Kinder planen.

Für meinen Mann und mich war immer klar, dass wir mindestens drei Kinder wollen. Vielleicht, weil wir selbst mit zwei bzw. drei Geschwistern und ganz vielen Tanten und Onkeln aufgewachsen sind. Meine Eltern haben zusammen 10 Geschwister - wir kennen es also eigentlich nicht anders.

Als wir nach einem Mädchen und einem Jungen doch tatsächlich noch ein drittes Kind bekamen, gab es einige Kopfschüttler - mehr aber auch nicht. Drei Kinder sind hier in der Provinz noch nicht so außergewöhnlich, sondern sozusagen eine häufige Ausnahme.
Die Entscheidung für ein viertes Kind fiel uns schwerer: Das Herz schrie "Jaaaa" - der Verstand erklärte, dass wir nur drei Kinderzimmer hätte und dann außerdem ein großes neues Auto bräuchten.... und noch bevor sich dieses Dilemma wirklich geklärt hatte hielt ich den positiven Schwangerschaftstest in der Hand! Was für ein Glück, denn was wären wir ohne unsere süße kleine Maus!

"Geschwister sind das schönste Geschenk, das man seinem Kind machen kann"  - darüber habe ich schonmal geschrieben und diesen Satz würde ich immer noch unterschreiben!
Gerade heute, während ich anfange diese Artikel zu schreiben, nimmt unsere Älteste an der Sternsingeraktion teil und ist den ganzen Tag nicht zuhause - und wird hier schmerzlich vermisst!
Zu meinen absoluten Sternstunden als Mutter gehören die Momente in denen die Kinder toll miteinander spielen, sich umeinander kümmern und füreinander einstehen. Wenn mein Sohn beim Einkauf im Getränkemarkt einen Lutscher vom Verkäufer bekommen soll und ganz selbstverständlich auch nach einem für seine Schwestern fragt - das ist einfach schön!
Natürlich streiten sich die Kinder auch - mit niemandem kann man so gut und so gefahrlos streiten wie mit den eigenen Geschwistern. Gefahrlos, weil man ja ganz genau weiß, dass man sich trotzdem lieb hat und wieder versöhnen wird. Und noch heute behauptet mein Bruder, dass ihn niemand so in Rage versetzen kann wie unsere kleine Schwester...
Auch aus der Perspektive eines Erwachsenen kann ich sagen, dass es ein großes Glück ist Geschwister zu haben. Und auch meine Kinder profitieren davon, mehrere Tanten und Onkel zu haben.

Die Nachteile einer großen Familie kenne ich - sie sind vor allem materieller Natur. Denn natürlich muss das Geld für mehr Leute reichen. Ja, es gab Momente in denen ich als Kind neidisch war auf andere Kinder die mit ihren Eltern in Griechenland oder Spanien im Urlaub waren - aber es waren nur kurze Momente. Gerade als Teenager hätte ich mir ein größeres finanzielles Budget und ein eigenes Zimmer gewünscht - aber bereits damals war mir klar, dass das nicht das Wichtigste ist. Und gerade auch im Rückblick denke ich, dass das Leben mir mehreren Geschwistern mehr Vor- als Nachteile hat.
Die Kinder lernen selbstverständlich Rücksicht zu nehmen, nicht immer im Mittelpunkt zu sein, sich zu behaupten, Kompromisse zu finden. Sie lernen direkt den Umgang auch mit älteren und jüngeren Kindern. Sie haben immer jemanden zum Spielen und Reden.
Für uns ist es im Moment in finanzieller Hinsicht so, dass wir das Glück haben auch mit einem Einkommen gut zurecht zu kommen. Natürlich müssen wir ein bisschen rechnen - aber wer muss/ will das nicht? Letztlich finden sich diese Dinge auch eigentlich immer.

Aber wichtig ist auch: Kinder sind Geschenke! Wir geben uns ja gerne der Illusion hin, dass die Familienplanung doch so klappen muss wie wir uns das vorstellen. Das ist aber nicht immer so! Manchmal wartet man länger als gedacht auf eine Schwangerschaft, manchmal muss mit einer Fehl- oder Totgeburt umgehen lernen, manchmal wird man ungeplant schwanger, und leider wünschen sich Familien (noch) ein Kind und es klappt einfach nicht.

Ich bin glücklich mit meiner Rasselbande. Und nachdem wir sowieso nicht mehr für jedes Kind ein geplantes Kinderzimmer haben ;-) , mache ich mir im Moment eigentlich wenig Gedanken, ob wir jetzt komplett sind oder es noch ein weiteres Kind für uns geben wird - das wird die Zeit zeigen!
Finanzielle, materielle Sorgen und Platzprobleme - für alles würde sich im Zweifelsfalle eine Lösung finden.
Und ganz wichtig: Man hat für jedes Kind genug Liebe!

Unsere Kinder haben übrigens einen Altersabstand von zwei bis drei Jahren - und das finde ich ziemlich ideal. Sie können noch gut miteinander spielen, sind aber nicht sehr dicht aufeinander. Aber jeder Altersabstand hat Vor- und Nachteile und letztlich muss jede Familie ihren eigenen Weg finden - sowohl bei der Zahl der Kinder als auch beim Altersabstand.

Ach ja: Strickpullis trage ich nur ab und zu... ;-)

Kommentare:

Huppicke hat gesagt…

Ich bin Einzelkind und habe lange Zeit immer gesagt und gedacht, dass ich nichts entbehrt habe. Aber mittlerweile und vor allem seit ich meine zwei Töchter beobachte denke ich da anders. Ganz wichtig finde ich Geschwister um noch mehr Meinungen und Charaktere in der Familie zu haben. Dann ist das "Urteil" der Eltern nicht so gravierend (Mama findet es doof, aber den Brüdern gefällt es, wenn ich...) und man sieht auch mehr Beispiele vom wirklich wahren Leben. Dass der eine mit Sachen durchkommt, die der andere sich nicht erlauben darf. Dass man sich kloppen und danach wieder lieben kann. Dass man verschiedener Meinung und sich trotzdem herzlich zugetan sein kann. Dass die Welt nicht untergeht, wenn einer mal zwei Wochen lang nicht mit mir spricht (die anderen tun es ja noch und sagen, der wirds auch bald wieder). Soviel auszuprobieren im sicheren Umfeld.

saadiya hat gesagt…

Auch ein wundervoller Artikel von dir! Viele Gedanken daraus treffen auch irgendwie auf uns zu:-D

Liebe Grüße
Sissy

Damona2012 hat gesagt…

Ganz toller Artikel - mit sehr viel Liebe geschrieben.
Ich bin Einzelkind, hatte aber das Glück, dass mein Onkel nur 3 1/2 Jahre älter ist und wir wie Geschwister zusammen aufwuchsen. Hab somit glaub nicht vermisst, dass ich keine Geschwister hab. Ich hab einen Sohn. Da er Vollzeit im Kindergarten ist und auch außerhalb einige Aktivitäten (Sport, Awana etc.) hat, vermisst er Geschwister auch nicht.

Strickkind hat gesagt…

Das hast du wirklich sehr treffend beschrieben :) Und schön zu lesen, dass du so tolle Kinder hast :)

junglejane hat gesagt…

"Geschwister sind das schönste Geschenk, das man seinem Kind machen kann"
Schöööön! Deinen Artikel habe ich wirklich sehr gerne gelesen, er enthält so viele Gedanken, die mich berühren.
Und was soll man machen? Mein Herz sagt trotz aller Umstände halt auch ganz laut JA zum zweiten Kind... :)
LG junglejane

Romy hat gesagt…

Bin gerade auch völlig hin und weg von deinem Bericht, so schön geschrieben. Super, dass ihr die Zahl eurer Kinder nicht auf die Anzahl der vorhandenen Kinderzimmer reduziert oder auf andere materielle Dinge Da könnte ich glatt auch gleich nochmals loslegen.

LG Romy

Bibi`s Page hat gesagt…

Ist doch klasse, wenn einem manchmal überlegungen abgenommen werden und Tatsachen für sich sprechen oder ? Wünsch euch weiterhin ganz viel Spaß mit der Grossfamilie ;)

LG Bibilotta

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