Montag, 10. Dezember 2012

Kindern Wurzeln geben

Als ich zum Betreuungsgeld schrieb habe ich folgendes Zitat erwähnt:
"Wenn Kinder klein sind, gib ihnen Wurzeln;
wenn sie groß sind, gib ihnen Flügel."

Nun schrieb mir eine Leserin: "Was meinst du damit genau? Wie gebe ich meinem Kind Wurzeln?"
Baum mit Wurzeln
Das Bild der Wurzeln bedeutet für mich hier (Ur-)Vertrauen. Ein weitergeführtes Bonding sozusagen. Denn das endet nicht nach dem Kreisssaal.
Ich gebe meinem Kind Urvertrauen wenn ich auf seine Bedürfnisse eingehe, mich selbst als vertrauenswürdig erweise. Wenn ich mein Baby stille, sobald es Hunger hat, wenn ich sein Grundbedürfnis nach Nähe zulasse und befriedige. Das muss ich als Mutter nicht unbedingt alleine, auch Papa, Oma, Geschwister haben ihren Anteil. Aber erstmal ist Mama die Nummer eins und ein kleines Baby möchte hauptsächlich in Mamas Nähe sein (sonst könnte man ja verhungern...).
Inmitten seines "Rudels" fühlt ein Menschenjunges sich sicher und geborgen, dann kann es sich weiterentwickeln. Und man merkt dann, dass es seine Kreise erweitert. Es fängt an die Welt zu entdecken und sich dann auch mal von Mama oder Papa wegzubewegen. Aber dann kommt es auch wieder und sucht die vertraute Nähe. Es tankt auf für die nächste Runde Weltendecken. Wenn es unsicher ist, schaut es zu Mama oder Papa und orientiert sich an ihrer Reaktion: Ist das jetzt gut oder schlecht?
Unsere Clara ist mit ihren 9 Monaten da gerade das perfekte Beispiel: Sie krabbelt los und zieht sich an der Duplo-Kiste hoch. Dann wird erst einmal alles genau untersucht. Und dann wird Mama gesucht und sobald sie mich gefunden hat strahlt sie bis über beide Ohren! Dann ein bisschen knuddeln und weiter gehts!
Und letztlich bleibt dieses Schema: Je älter die Kinder werden, desto weiter und länger wagen sie sich vor. Trotzdem müssen sie immer wieder auf die eine oder andere Art "auftanken".

Kinder müssen sicher sein: "Ich bin wertvoll und geliebt!" - das ist die beste Grundlage, die besten Wurzeln, die wir ihnen fürs Leben mitgeben können. Dann können sie sich entwickeln und wachsen und sich allmählich lösen.

Kommentare:

scharly Anders ist anders hat gesagt…

Das hast Du sehr schön geschrieben!!!
> "ein Baum (Kind) ohne Wurzeln kann nicht wachsen"
ganz liebe Grüße
scharly

alltagsmix hat gesagt…

Sehr gut zusammengefaßt. Eine kleine Ergänzung: und Kindern muß man immer mehr Freiraum fürs Entdecken geben, bis man sie schließlich ganz los läßt. Dann ziehen sie ihren Weg und kommen doch zurück... auf eine andere Art und Weise. Ich sehe es bei mir: seit ich selbst Mutter bin, ist mir meine Mutter noch einmal wieder sehr wichtig wegen ihrer Erfahrung geworden.

Stephanie T hat gesagt…

Danke!
Du hast natürlich Recht - im Grunde gilt das Bild von den immer weiter werdenden Kreisen weiter - als junger Erwachsener entfernt man sich und kommt dann aber auch wieder zurück um von den Erfahrungen der Eltern zu lernen...

Liebe Grüße
Stephanie

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