Montag, 3. Dezember 2012

Großfamilien in den Medien

Gestern haben wir einen schönen Nachmittag mit Andrea, Nicole und ihren Familien verbracht.
Wenn sich drei große Familien treffen kommt natürlich immer wieder die Sprache auf das Thema "Großfamilie". Gestern haben wir festgestellt, wie einseitig große Familien in den Medien in der Regel dargestellt werden, und das das im Alltag konkrete Auswirkungen auf uns hat.
In den Medien, egal ob Fernsehen oder Zeitschriften, tauchen zwei Arten von Großfamilie auf:
1) Arm
2) "Landadel"

Der "Landadeltyp" taucht seltener auf, hat in der Regel ein "von" im Namen, einen Riesenbauernhof/Schloss oder ähnliches und eigene Pferde. Ein seltener Typus, im wahren Leben sowieso.

Wahrgenommen wird vor allem die finanziell arme Großfamilie. Je nach Ausrichtung und Intention der Sendung/ des Artikels gibt es dann die Variante "voll prollig" oder "arm, aber glücklich".
Ganz normale große Familien, wie wir es sind (behaupte ich jetzt einfach mal ;-)) tauchen in den Medien nicht wirklich auf.

In der allgemeinen Wahrnehmung scheint es sich festgesetzt zu haben: Großfamilien sind arm!
Und im alltäglichen Leben heißt das für uns, dass wir mitunter genau aufpassen müssen, was wir sagen....
Wenn der Fotograf im Kindergarten ist und eine Fotomappe (mit viel überflüssigem Klimbim drin) auf einmal 29 € statt wie im Vorjahr 18 € (ohne den Klimbim) kosten soll und ich mich darüber aufrege, wird das schnell mit einem: "Stimmt, bei vieren summiert sich das..." abgetan.
Was Eltern von ein oder zwei Kindern gefahrlos äußern können, stellt mich direkt in die Ecke "arm und bedürftig".
Sicher ist es so, dass ich manches eher bereit bin zu schlucken, wenn ich es nur für ein Kind zahlen muss - aber das ändert ja nicht unbedingt etwas an der Sache, nämlich das etwas einfach zu teuer ist.

Was ich mir wünschen würde: Eine differenziert Darstellung von großen Familien in den Medien und ein genaueres Hinschauen, statt blinden Glauben an Klischees!

Kommentare:

scharly Anders ist anders hat gesagt…

So ist das Leben > leider!!!
ganz liebe Grüße
scharly
Mama von 6 Kindern

Nicole hat gesagt…

Zu den Fotomappen kann ich sagen, dass ich hier - auch aus finanziellen Gründen (und noch dazu bin ich ehrlich: ich brauche all diese zig Fotos einfach nicht) eine Regelung getroffen habe: die Kinder bekommen ihre Mappe im letzten Kigajahr und dann in der ersten Klasse sowie meinetwegen auch noch in der vierten Klasse.
Brauche ich zwischendurch mal Aufkleber für Freundebücher etc., dann kaufe ich sie mir bei DM für knapp zwei Euro. Im Kiga wollte die gute Dame für die wirklich schönen Aufkleber fast neun Euro haben - das muss nicht sein.

gretel hat gesagt…

Also ich glaube, dass kommt a) auf den Sender an und b) auf die (Groß-)Familie. Es sind halt meist bestimmte Leute, die sich in bestimmten Sendern produzieren. Die ganz "normalen" Familien, ob groß oder klein kommen wahrscheinlich nicht auf die Idee, aber ich denke in deren Wahrnehmung sind Großfamilien genau so spannend und toll wie alle anderen auch. lg

Stephanie T hat gesagt…

Wir haben konkret über eine Doku auf Kika diskutiert. Gewisse Familien mit eigenen Sendungen stellen sich natürlich auch selbst dar.
Ich empfinde es aber schon so, dass die Darstellung von Großfamilien sehr einseitig ist - auch dort, wo man es nicht unbedingt erwartet. In der Zeitschrift von Jako-o z. B. war auch ein solcher Bericht, der auch ganz viele Klischees bediente.

Andrea hat gesagt…

Danke Stephie, das du dazu gebloggt hast. Es ist ein Thema, was mich immer wieder auf die Palme bringt. Wie oft habe ich Gespräche geführt, die eben in die Richtung gehen, wie du sie beschreibst. Ich habe euch ja schon einige Mal auch daran teilhaben lassen.

Den KiKa habe ich gestern noch angeschrieben. Ich habe dem Sender gesagt, das ich es schade finde, das die Berichterstattung wieder das Klischee bediente.

Die Großfamilie war lieb und nett und es ging alles super mit den Kindern. Strukturen aus unserer Familie fand ich dort auch. Aber die Familie hatte in jedem Fall auch große Geldsorgen und genau das ist es, was die Leute sehen und hören wollen und was sie immer wieder auch auf meine Familie implizieren. Das finde ich einfach nicht okay.

Natürlich müssen wir überlegen, wie wir uns Geld ausgeben. Aber muss das nicht jede Familie?

Die Kindergartenmappen haben wir uns in diesem Jahr geleistet, weil sie einfach so toll waren. Du hast sie ja gesehen, die musste ich kaufen. Aber das mache ich normalerweise auch nicht, weil mir das zu teuer wird.

Viele liebe Grüße
Andrea

Turbulentes Leben in einer Großfamilie mit Besonderheiten hat gesagt…

Huhu,

das ist immer ein ganz schwieriges Thema. Klar, im TV soll es ja auch Einschaltquoten geben und dann wird halt das Klischee bedient. Den Bericht im KiKa habe ich leider nicht gesehen.

Zu den Mappen - wir haben dieses Jahr nur eine Familien- und eine Geschwisterkindermappe genommen, war auch schon teuer genug, aber es hat sich gelohnt. Das natürlich 4 Mappen teurer sind als nur eine ist völlig logisch und die Antwort "bei vieren summiert es sich" sehe ich nicht als Angriff oder Klischeebedienung, das ist einfach eine Tatsache. 1x 26€ ist halt weniger als 4x 26€.

Ich denke, man/wir müssen einfach etwas gelassener mit den Reaktionen umgehen. Eigentlich bekomme ich mittlerweile immer mehr "Ehrfurcht/Respekt" entgegengebracht wegen unserer 6 Kinder als umgekehrt. Und die paar, die blöd kommen - naja *rutschenmirmaldenbuckelrunter*

Früher habe ich mich da auch mehr aufgeregt, aber jetzt - ich weiß, dass es bei uns nicht der Fall ist, dass wir weder reich noch arm sind und das ist doch das was zählt.

Ich hab ne tolle Familie, tolle Kinder und fertig ist.

Was soll denn die Presse schreiben?
Großfamilien sind der Durchschnitt? Stimmt doch eigentlich nicht. Es gibt immer weniger Großfamilien und von daher fällt es halt auf.

Reg dich einfach mal nicht zu viel auf und schon deine Nerven :-)

Liebe Grüße

Dani

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...