Dienstag, 23. Oktober 2012

Das bisschen Haushalt - macht sich eben nicht von allein!

Das es nicht einfach ist Haushalt und Baby unter einen Hut zu bekommen, darüber habe ich ja schon geschrieben. Aber was, wenn das Problem nicht die fehlende Zeit und Gelegenheit, sondern mangelnde Motivation ist?
Katja hat eine solche Anfrage einer Leserin bekommen und mich gebeten einen Kommentar dazu zu schreiben, da ich ja auch noch kleine Kinder habe. Meine Antwort ist aber etwas ausführlicher und zu lang für einen Kommentar...

Grundsätzlich gebe ich Katja recht: Hausarbeit macht nunmal keinen Spaß und muss getan werden. Man kann es sich angenehmer gestalten, aber letztlich muss man sich einfach aufraffen.
Trotzdem würde ich einmal genauer hinschauen, wo die Ursache für den Mangel an Motivation zu finden.

1. Bequemlichkeit
Klingt schlimmer als es ist - faul sein ist absolut menschlich!
Was ist denn die große Versuchung? Das Internet? Den Computer erst anstellen, wenn ein Teil der Hausarbeit getan ist.
Nach dem Morgenkaffee gemütlich sitzen bleiben? Den Kaffee vielleicht etwas aufschieben und erst die Küche aufräumen.
Ich empfehle auch Katjas "Babysteps"-Serie und: schöne Musik anstellen - dann geht die Arbeit leichter von der Hand.
Auch ganz wichtig: Nicht nachdenken! Also nicht darüber grübeln, dass man ja erst morgens die Küche gewischt hatte oder erst gestern das Fenster geputzt, das zieht nur runter - einfach machen!

2. Erschöpfung und Überforderung
Gerade mit Babys oder kleinen Kinder ist man manchmal einfach erschöpft! Durchwachte Nächte, kranke Kinder, Trotzphasen.... das kann ganz schön schlauchen! Und manchmal hat man dann das Gefühl, man steht vor einem Riesenberg Arbeit und sieht kein Ende ist in Sicht! Das kenne ich nur zu gut!
Oft liest man als Tipp: Die Arbeit liegen lassen und sich etwas Gutes tun!
Das ist ja nett, aber wer kann schon entspannen wenn sich die Wäscheberge türmen und das Chaos regiert?
Das Beste wäre: Hilfe holen! Das kann heißen:
- mal bei der Schwiegermutter zu essen
- die Hilfe der Schwester beim Putzen annehmen
- das 12jährige Nachbarsmädchen mit den Kindern spielen lassen (auch wenn man in Reichweite bleibt...)
- die Kinder einen Nachmittag bei der Oma spielen lassen
- einen Fensterputzer kommen lassen
-....
Mittlerweile gibt es an vielen Orten Hilfsservices die auch mal nur für ein paar Stunden zum Putzen kommen. Vielleicht eine Alternative wenn man keine Putzfrau haben möchte oder keine bekommt. Finanziell muss es natürlich auch drin sitzen.
Wir haben es früher (mit zwei Kindern) oft so gemacht, dass mein Mann Samstagsmorgens mit den Kindern Einkaufen und auf einen Kaffee zu seiner Mutter gefahren ist. So hatte ich zwei bis drei Stunden Zeit für die Hausarbeit und auch etwas Zeit für mich. Und die Kinder hatten exklusive Papa-Zeit.

Ansonsten: Genau überlegen, was wirklich wichtig ist und unbedingt erledigt werden muss - und was auch mal warten kann. Spielzeug begrenzen - vor allem im Wohnzimmer! Und auch hier empfehle ich Katjas Babysteps-Serie! 

3. Geringschätzung der Haus- und Familienarbeit
Von klein auf wurde unserer Generation erzählt, dass man ja zuhause versauert und seine Talente nicht nutzt. Das Frauen ja total benachteiligt sind wenn sie "nur" Hausfrau und Mutter sind, dass wäre doch stumpfsinnig und man verblödet dabei!
Diese Einstellung haben viele verinnerlicht und das macht es schwierig sich zur Hausarbeit zu motivieren! Wer erledigt schon gerne eine total stumpfsinnige und verblödende Arbeit die keiner wertschätzt?
Aber: Hausarbeit ist wichtig und wertvoll! Es geht nicht darum zu wischen oder die Toilette zu putzen - es geht darum meiner Familie ein Heim zu schaffen! Nicht alle Arbeiten die im Haushalt zu erledigen sind machen Spaß - aber wenn ich sie erledige schaffe ich ein schönes Zuhause für meine Familie! Aus dieser Perspektive betrachtet ist es einfacher, sich auf die Hausarbeit zu stürzen!

Also in dem Sinne: Auf gehts Mädels!

Kommentare:

Der ganz normale Wahnsinn und Ladylike - schön ab 40 hat gesagt…

Hallo Stephanie, das hast du schön geschrieben. Irgendwie hat das "reine" Hausfrauendasein so einen Beigeschmack, dass die Frau faul oder dumm (oder beides) ist und das ist natürlich absoluter Quatsch. Vielleicht gibt es auch solche Exemplare, aber gerade in den letzten Jahren hat sich das Bewußtsein doch sehr geändert. Ein Heim schaffen, eine Rückzugs-Oase, in der sich alle wohlfühlen, dass ist die eigentliche Aufgabe und die erfordert eine ganze Menge an Fähigkeiten. Ich finde den Gedanken sehr schön und das geht auf jeden Fall in Richtung Familienmanagement. Das kann man richtig gut und auf durchaus hohem Niveau betreiben. Das sollte einem die nötige Motivation geben.
LG Eva

Hasen hat gesagt…

Hallo!

Sehr schön geschrieben - Danke dafür!

Liebe Grüße
Naemi

Elisabeth J.-S. hat gesagt…

Danke für den Post, macht nachdenklich, fordert mich auf zum handeln....
herzliche Grüsse
Elisabeth

Mama-mal-3 hat gesagt…

Vielen Dank für diesen Text. Er hat mich gerade motiviert die Wäsche zusammen zulegen. Wir sind zwar nur zu 5., aber auch bei "nur" 3 Kindern gibt es sehr viel Wäsche!
Liebe Grüsse Désirée

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