Freitag, 12. Oktober 2012

Alles fließt...

das wussten schon die alten griechischen Philosophen.

Durch ein Telefonat mit Katja, ein Gespräch mit Andrea und einen Blogbeitrag von Daniela ist mir in dieser Woche mal wieder klar geworden, wie sehr sich der Alltag immer wieder verändert, gerade wenn man kleine Kinder hat. Morgen- und Nachmittagsschlaf werden durch einen Mittagsschlaf ersetzt oder der Mittagsschlaf wird abgeschafft, morgens wird auf einmal länger geschlafen, das jüngste Kind fängt an mobil zu werden und man muss die Einrichtung ein bisschen anpassen... immer wieder müssen wir flexibel sein und unsere Routinen und Gewohnheiten verändern.
Manchmal ist das anstrengend - schlimm finde ich es aber nicht. So ist das Leben einfach - alles fließt, alles verändert sich.
cv

Auch wir verändern uns. Viele tragische Ereignisse im Bekanntenkreis und auch in unserer Familie haben mir in den letzten Jahren bewusst gemacht, dass letztlich Familie und gute Freunde das sind, worauf es wirklich ankommt.
Nicht der tolle Job, das dicke Auto, die Kleidung einer bestimmten Marke. Das war zwar nie ein großes Thema für mich - aber trotzdem ist mir das jetzt nicht nur vom Kopf her klar, sondern mit jeder Faser sozusagen. Der plötzliche Tod meines Schwiegervaters, zwei stille Geburten im Bekanntenkreis... da wird einem der Wert des Lebens neu bewusst. In keiner Schwangerschaft war ich so besorgt wie in der letzten - zuviel Schlimmes habe ich in der Zeit als Mutter schon gehört. Umso dankbarer bin ich für mein gesundes Kind!

Es stimmt auch das man sagt, bei einer Geburt wird nicht nur ein Kind geboren, sondern auch eine Mutter.
Seit ich Mutter bin, bzw. wir Eltern sind, sind einige Freundschaften eingeschlafen.
Aus heutiger Sicht Freundschaften, die nie ganz passten, Freundschaften bei denen ich ständige Kompromisse eingegangen bin, mich verbiegen musste und nie wirklich so angenommen wurde wie ich bin.
Als Mutter hatte und habe ich eher den Mut meinen Weg zu gehen, auch wenn das heißen kann, dass sich Wege trennen. Für meinen Kampf und meinen Willen mein Kind zu stillen erntete ich z. B. nur Kopfschütteln und Unverständnis. Für meine Versuche, meinen Glauben zu leben und an meine Kinder weiterzugeben ein müdes Lächeln. Auf ebenso viel Unverständnis stieß, dass wir nicht jedes Wochenende die Kinder bei den Großeltern übernachten ließen um selbst unterwegs zu sein.
Ganz ehrlich - das brauche ich nicht! Ich bin froh, dass ich Menschen gefunden habe die da anders sind!

Genauso stelle ich gerade fest, dass ich im Moment gar nicht wirklich den Wunsch habe alleine, ohne Kinder unterwegs zu sein. Wenn sich mal ein bisschen Ruhe ergibt genieße ich es und ich werde mich demnächst auch zu einem Kinonachmittag davonstehlen (aber auch nur für den Hobbit). Ansonsten genieße ich meine Familie und die Gesellschaft von Freunden. Denn das ist das wirklich Wichtige - sogar wichtiger als ein gutes Buch! (und diese Aussage von so einer Leseratte...). Ja, früher habe ich an einem perfekten Sonntag stundenlang gelesen - heute ist Zeit mit den Kindern, meinem Mann, Familie und Freunden wichtiger.

Irgendwann ist diese Familienzeit vorbei und die Kinder aus dem Haus... alles fließt...

Ein schönes Wochenende mit euren Lieben wünscht euch

Kommentare:

Andrea hat gesagt…

Schön hast du das geschrieben, auch das spricht mir sehr aus der Seele. Gerade ist hier großer ABschiedsschmerz, weil ich gleich fahren werde. Das tut mir nicht gut und den Kindern auch nicht.Wieder dazu gelernt, das mache ich nicht wieder.

LIebe Grüße
Andrea

Xeniane hat gesagt…

Ein schöner Artikel. Ich bin manchmal/oft sogar für Gespräche zu müde.Gestern war ich ins Theater eingeladen und habe mich vorher kaum drauf freuen können,weil ich schon wieder so müde war.Schön wars dann trotzdem,vor allem das Gespräch. Ein schönes Wochenende wünscht Dir Xeniana

* Sonja hat gesagt…

Mir / uns geht es ziemlich genau so, wie du es hier beschreibst. Familien leben sehr unterschiedlich. Wir haben uns durch die Kinder auch sehr verändert, aber es ist wichtig, dass es UNSER Leben ist, das Kopfschütteln von anderen ist uns ziemlich egal! Gerade in unserer aktuellen Situation staunen jedoch sehr viele darüber, wie stark uns unser Glaube macht.
Liebe Grüße! Sonja

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