Mittwoch, 12. September 2012

Darf ich beten?

Am letzten Wochenende bekam ich eine Mail von einer Leserin. Sie bezog sich auf "Revive your Marriage"-Serie und erzählte ein bisschen über ihre Erfahrungen mit dem Beten, die sie als negativ empfand. Sie hatte Angst, dass ein Gebet von ihr das Gegenteil vom erhofften Ergebnis auslösen würde und ihre Mail endete mit der Frage: "Darf ich vielleicht doch beten? Was könnte Gebet für mich bedeuten?" 
Ich bin keine Theologin, aber dies ist meine Antwort:

Du fragst ob du vielleicht doch beten darfst, und meine Antwort darauf ist ein klares Ja! 

Ich möchte dir einen Bibelvers mitgeben:
»Bittet Gott, und er wird euch geben! Sucht, und ihr werdet finden! Klopft an, und euch wird die Tür geöffnet! Denn wer bittet, der bekommt. Wer sucht, der findet. Und wer anklopft, dem wird geöffnet. (Matthäus, 7,7 +8)

Wenn du betest, passiert etwas. Gott hört jedes Gebet. 
Gott ist aber nicht "gemein". Nur weil du um etwas bittest, wird nicht das Gegenteil eintreten:  "Würde jemand von euch seinem Kind einen Stein geben, wenn es um ein Stück Brot bittet?Oder eine giftige Schlange, wenn es um einen Fisch bittet?Wenn schon ihr hartherzigen Menschen euren Kindern Gutes gebt, wie viel mehr wird euer Vater im Himmel denen Gutes schenken, die ihn darum bitten! (Matthäus7, 9-11)
So geht die Bibelstelle weiter. 
Wenn etwas nicht wie gewünscht läuft, hat das nicht unbedingt mit deinem Gebet zu tun. 
Gott hört Gebete und beantwortet sie - aber er ist kein Automat: Gebet rein - gewünschtes Ergebnis raus. 
Gottes Antwort ist nicht unbedingt ein "Ja klar". Manchmal ist es auch ein: "Jetzt noch nicht" oder auch ein "Nein, ich habe etwas besseres für dich im Sinn"

Was kann Beten für dich bedeuten? 
Katja hat ja sehr schön geschrieben, dass Gebet uns zunächst dankbar macht. Das finde ich ganz wichtig. Und im Gebet um etwas zu bitten heißt, es ein Stück weit abzugeben. Z. B. die Sorge um die Kinder. Gebet kann auch bedeuten, Dinge für sich zu ordnen. Und Gebet heißt zuhören. 

Ich würde dir raten, einfach anzufangen. Erzähle Gott einfach, was dich bewegt. In deinen eigenen, einfachen Worten. Vielleicht hast du ja Lust, mal die Bibel aufzuschlagen und reinzulesen, was andere so mit Gott erlebt haben. Schau doch mal in die Psalmen oder die Evangelien. 

Ich hoffe, dass meine Antwort dem einen oder anderen weiterhilft - vielleicht hat ja auch jemand Lust über seine Erfahrungen zu schreiben?

Kommentare:

heartandvisionforfamily hat gesagt…

Liebe Stephanie,
Dein Artikel fasst ganz wunderbar zusammen, welche Aspekte Gebet hat - auch für mich.
Mein Gebetsleben hat sich mit der Zeit ziemlich verändert. Am Anfang war es mehr Bitte um dies oder jenes. Dann haben sich die Bitten verändert. Sind weniger "materialistisch" geworden, es ging plötzlich mehr um meine Herzenseinstellung und die Akzeptanz bestimmter Gegebenheiten. Und dann kam immer mehr der Dank! Durch die sich entwicklende Dankbarkeit hat sich meine ganze Einstellung zum Leben verändert!
Vor einigen Jahren hat Gott unser intensives Bittgebet um ein Kind erhört - nur anders als wir es uns gewünscht hätten. Wir haben das Baby wieder verloren. Wie Stephanie sagt: "Gott ist kein Automat: Gebet rein - gewünschtes Ergebnis raus." Ich habe aber nicht daran gezweifelt, dass es Gott gut mit uns meint. Das er uns mit der kurzen Schwangerschaft ermutigen wollte. Aber uns auch noch ein bißchen im Glauben reifen lassen wollte. Um so dankbarer bin ich jetzt für unsere kleine Tochter.
Ich kann nur zum Gebet ermutigen. Und zum Bibellesen - denn dadurch lernt man den Gott kennen, zu dem man betet. So wie wir im Gebet zu Gott sprechen, spricht er durch sein Wort zu uns.
Viele liebe Grüße

Christian Gruner hat gesagt…

Dein oben genannter Bibelvers ist aber irgendwie seltsam. Immerhin sind die Leute die am meisten an Gott glauben, meist die denen es am schlechtesten geht. Umso besser es den Menschen geht umso weniger Glauben sie. Warum ist das so? der letzte Strohhalm an den man sich klammert ist der Glaube, aber es ist nur der Glaube, nicht mehr und nicht weniger. Ich persönlich Glaube nicht an eine höhere Macht, die Kirche finde ich schlimm und scheinheilig. Dennoch lasse ich jedem seinen Glauben. In diesem Sinne
Frohe Weihnachten

Related Posts Plugin for WordPress, Blogger...