Mittwoch, 11. April 2012

Wir stillen wieder voll!

Unsere Kinder habe ich alle gestillt - aber es war nicht immer einfach!
Das einzige Kind, dass einfach nur angedockt und gestillt hat war unser Sohn. Die Mädchen haben sich erst alle ein bisschen angestellt. Sie waren etwas trinkfaul und haben nicht schnell genug zugenommen. Mit Abpumpen hatten wir das Problem bei Leona und Sophia nach kurzer Zeit im Griff und sobald die beiden kräftiger waren, klappte das Stillen problemlos.
Unsere kleine Clara musste sich aber noch mehr anstellen:
Nachdem das Trinken in den ersten Tagen gut geklappt hatte, lief auf einmal alles schief: Clara saugte nicht mehr richtig, wurde zu schläfrig und nahm nicht mehr zu bzw. sogar ein bisschen ab!
Vier Tage lang habe ich versucht, mir und der Kleinen ganz viel Ruhe zu gönnen, mir ganz viel Zeit zum Stillen genommen, nach den Mahlzeiten abgepumpt, ihr die abgepumpte Milch gegeben, gewogen, mindestens alle drei Stunden gestillt usw. Und immer noch keine Gewichtszunahme!
Wir waren nicht nur am Ende unserer Weisheit - ich war auch am Ende meiner Kraft. Es ging der Kleinen nicht gut und die ganze Familie litt unter der Situation und der Unruhe. Zuhause mit den anderen Kinder drumherum war das ständige Abpumpen sehr anstrengend.
Sehr widerwillig habe ich dann die erste Pre-Nahrung zugefüttert - zum ersten Mal, mit großen Zweifeln und dem Gefühl völlig versagt zu haben.

Aber von diesem Moment an ging es aufwärts: Nach jeder Mahlzeit bekam Clara nun eine Flasche mit Pre-Nahrung angeboten. Einen Tag habe ich Pause vom Abpumpen gemacht, danach gab es jeden Tag zwei Flaschen mit abgepumpter Milch. Clara nahm zu und als sie kräftiger wurde, saugte sie auch besser, bekam beim Stillen mehr Muttermilch und trank weniger aus der anschließenden Flasche.

Das Zufüttern war in unserem Fall die richtige Entscheidung, denn endlich kam Ruhe in die Familie. Ohne die Sorgen und das ständige Abpumpen ging es mir auch bald besser. Auch die anderen Kinder haben davon profitiert.

Nach ungefähr 10 Tagen haben wir dann angefangen, die Flaschen zu reduzieren. Zunächst eine Flasche weniger vormittags, einige Tage später auch nachmittags. Zuerst habe ich darauf geachtet, immer mindestens abwechselnd eine Mahlzeit mit Flasche, und eine ohne anzubieten. Aber zuerst haben wir immer gestillt, mindestens eine halbe Stunde.
Bald habe ich auch die Fläschen nach den nächtlichen Mahlzeiten weggelassen und darauf verzichtet, Clara alle drei Stunden zu wecken.
Schließlich bekam Clara nur noch morgens und abends eine Flasche angeboten, und Ende März haben wir uns getraut und auch diese weggelassen. Zuletzt hat Clara höchstens noch 20 ml aus der Flasche getrunken.

Ich war etwas ängstlich, ob Clara auch wirklich weiter gut zunehmen würde. Aber das tut sie und ich bin sehr froh, dass wir wieder ein voll gestilltes Kind haben. Das Säubern und Sterilisieren der Flaschen, die ganze Organisation - das fand ich sehr lästig!

Wobei ich sagen muss, dass diese Geschichte meine Sicht auf das Stillen nochmal verändert hat. Wenn Clara auch weiterhin noch eine oder zwei Flaschen am Tag gebraucht hätte (oder falls diese Situation doch noch wieder eintreten sollte) ist das kein Weltuntergang. Teilstillen ist möglich - auch über einen längeren Zeitraum. Auch wenn ein Kind nur zum Teil gestillt wird profitiert es von den Vorteilen des Stillens!
Sehr passend widmet sich die aktuelle Ausgabe des Wirbelwindes (die Zeitschrift der La Leche Liga) diesem Thema. Das Fazit ist: Besser zum Teil stillen als gar nicht!
WirbelWind 2012/2
Als teilstillende Mutter steht man ganz schnell von allen Seiten "unter Beschuss": Von anderen Stillmamas darf man sich schon mal anhören, dass man es ja nur nicht genug versucht hat oder das man jetzt ja quasi abgestillt hätte. Von Flaschenmamas bekommt man ungläubiges Staunen, warum man sich das denn noch antun würde....

Wenn man künstliche Säuglingsnahrung zufüttern muss, sollte man auf jeden Fall nur Pre-Nahrung nehmen und einen Sauger, der es den Kinder nicht zu leicht macht. Stillen soll ja auf Dauer interessant bleiben. Wir haben die ganze Zeit einen Teesauger (mit nur einem Loch) benutzt - so war das Stillen nach einiger Zeit wohl einfacher als das Saugen an der Flasche.
Wichtig ist auch, die Milchproduktion aufrecht zu erhalten und dafür auch abzupumpen. Man darf allerdings durchaus im Kopf haben, dass man die Milchproduktion normalerweise beliebig steigern kann. Ich habe nach einiger Zeit auch nicht mehr abgepumpt, die Milchmenge hat sich quasi automatisch an den Bedarf angepasst. Das klappt aber nur, wenn man auch konsequent nach Bedarf stillt!
Wenn man diesen Weg gehen will oder muss sollte man aber auf jeden Fall den Rat und die Unterstützung einer erfahrenen Hebamme oder Stillberaterin holen - jedes Kind ist anders und hat andere Probleme.
In unserem Fall war Clara einfach ein bisschen zu "paddelig". Nachdem sie einmal den Dreh raushatte, ging es wieder.

Gott sei Dank!

Und auch nochmal ein dickes Dankeschön an alle die mitgebetet und gehofft haben - eure Unterstützung bedeutet mir viel!


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1 Kommentar:

wachstumsschublade hat gesagt…

Ein bisschen spät komm ich daher mit meinem Kommentar...
Will trotzdem meine Anerkennung ausdrücken und die herzlich gratulieren, dass du Euren Weg zurück zum Stillen so mutig verfolgt hast. Wirklich, wirklich toll. Alles Liebe, Katharina

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