Mittwoch, 11. Januar 2012

Teilzeit arbeiten - so war es für mich

Einige von Euch wissen vielleicht noch, dass ich seit September die Möglichkeit hatte, für acht Stunden wöchentlich zu arbeiten. Jeden Montag war ich im Büro und habe meine acht Stunden am Stück abgearbeitet.
Ich war in meiner alten Abteilung, mit meinen alten und netten neuen Kollegen und sogar in meinem alten Büro. Da wartete natürlich ein Deja-vu nach dem anderen..... Jetzt beginnt der Mutterschutz und auch diese Phase ist schon wieder vorbei.
Die drei freuen sich, dass Mama erstmal für lange Zeit nicht mehr arbeiten muss!
Es war sehr schön, die alten Kollegen wieder zu treffen, v.a. weil viele von ihnen in den nächsten zwei Jahren in den Ruhestand gehen werden. Ich habe auch viele liebe Kollegen aus anderen Abteilungen wieder getroffen.

Manchmal war es ziemlich stressig. Gerade wenn man an nur einem Tag in der Woche kommt, lässt man nicht gerne etwas liegen - dann liegt es ja vielleicht auch wirklich noch eine Woche! Manche Tage waren ziemlich hart - aber viele auch relativ entspannt im Vergleich zum täglichen Wahnsinn zuhause! Es war mal etwas anderes, ich war ein paar Stunden nicht nur "Mama" und ich konnte in den Mittagspause mal alleine und gemütlich durchs Städtchen bummeln! Einmal habe ich diese Freiheit sogar so genutzt, dass ich spontan früher gegangen und auf den Weihnachtsmarkt nach Münster gefahren bin! Das hätte ich sonst nicht so einfach machen können!

Der Montag als Arbeitstag war in vielen Punkten ideal: Ich konnte am Sonntag alles in Ruhe vorbereiten und ab Dienstag konnte die Woche ganz normal weiterlaufen. Allerdings waren zuletzt unsere Sonntagsaktivitäten etwas eingeschränkt, was allerdings eher an der Kombination Schwangerschaft/Arbeit lag.

Da ich mindestens eine halbe bis dreiviertel Stunde bis zum Büro brauche, bot sich auch ein Arbeitstag an, statt zwei Vormittage. Für mich war das manchmal anstrengend, aber eigentlich gut, denn so hatte ich wenigstens die Mittagspause. Die Kinder fanden das aber ziemlich blöd! Morgens haben sie mich eigentlich gar nicht gesehen und meistens war ich auch erst gegen sechs wieder zuhause. Für sie war es immer ein langer Tag - zwei halbe Tage arbeiten wären für sie besser gewesen. Mal sehen, ob sich das in Zukunft berücksichtigen lässt.

Die Kinder waren an den Montagen meistens bei meiner Schwiegermutter. Ich war von Anfang an skeptisch, und inzwischen ist auch meinem Mann klar, dass dies keine Betreuungslösung auf Dauer wäre! Nicht nur, dass die Vorstellungen von Kindererziehung z. T. sehr weit auseinander gehen, sie hat auch einfach nicht mehr die Nerven, um den ganzen Tag/Nachmittag auf drei quirlige Kinder aufzupassen.

Für meinen Mann waren die Montage immer ziemlich stressig, denn er musste die Kinder alleine wecken, anziehen und zu seiner Mutter bringen. Zunächst war er begeistert von dem Gedanken, dass ich arbeiten gehe und dazuverdiene, inzwischen ist ihm klar, dass auch eine Berufstätigkeit mit wenigen Stunden ihren Preis hat, den die ganze Familie zahlt.

Die wichtigste Erfahrung für mich war die Feststellung, dass ich im Moment nicht außer Haus arbeiten muss, um mich ausgelastet zu fühlen und zufrieden zu sein. Ja, es war schön mal rauszukommen - aber ich brauche es im Moment nicht und bin zuhause glücklich!

Insgesamt bin ich sehr froh und dankbar, dass wir diese Erfahrung machen konnten! Aber ich bin auch froh, dass ich jetzt erst mal wieder im Mutterschutz und dann in der Elternzeit bin!
Wie es dann weitergeht? Keine Ahnung, das werden dann sehen. Mit vier Kindern und einem Mann, der täglich insgesamt zwei Stunden zur Arbeit und zurück unterwegs ist, wird es schwierig wieder zu arbeiten. Aber wer weiß.....

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1 Kommentar:

Bianca hat gesagt…

Liebe Stephanie,
mir ist Fussball auch herzlich egal! Ich schau mir die Spiele des Grossen an und fiebere dann auch mit. Auch ein Länderspiel sehe ich mal ganz gerne, aber die Bundesliga... wäh!
Ich habe gerade die Phase, wo ich sehr gerne arbeiten gehe. Ehrlich gesagt, erhole ich mich sogar ein wenig dort! Aber meine Arbeitstage sind insgesamt doch für alle sehr anstrengend (für mich dann im Anschluss eben auch wieder), da mein Mann einen genauso langen Arbeitsweg hat wie Deiner und eben vorher noch die Kinder für Schule und Kita fertig machen muss! Aber anders geht's nicht. Müssen wir wohl durch.
GLG, Bianca

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