Montag, 26. September 2011

Perfekt???

Manchmal bin ich echt genervt von der Fülle an Forderungen die an uns gestellt werden! Was wir nicht alles machen müssen!
Mit den Kindern zum Augenarzt, zur Vorsorge, zweimal im Jahr zum Zahnarzt, die Hausaufgaben kontrollieren (und ein schlechtes Gewissen haben, wenn man es doch nicht schafft), gesunde Mahlzeiten kochen, die Kinder dazu kriegen diese zu essen, saisonal und regional kochen, schlank sein, aber nicht auf Diät, zur Kosmetikerin sollten wir eigentlich regelmäßig und Fußpflege wäre ja auch wohl angebracht. Natürlich dürfen wir unsere Ehemänner auch nicht vernachlässigen und regelmäßig ausgehen. Ganz zu schweigen von haarlosen Beinen, manikürten Fingern, eine Teilzeitkarriere, blitzsauberen, toll dekorierten Wohnungen und und und.....

Versteht mich nicht falsch, ich will nicht sagen, dass diese Dinge unwichtig oder falsch sind! Auf keinen Fall! Aber in den Medien wird uns ein perfektes Frauenbild vorgegaukelt, dem wir meinen entsprechen zu müssen. Zusätzlich kommen all die Ärzte und Experten mit ihren Forderungen, die zwar gut gemeint sein mögen und zu unserem Besten sind - die uns aber enorm unter Druck setzen!
Ich denke wir stehen heute mehr unter einem Zwang zur Perfektion als Frauen früher - weil vieles einfacher geworden ist und weil wir mehr Möglichkeiten haben.

In der letzten Woche kam bei unserem Good-Morning-Girls Bibelstudium des ersten Johannesbriefes das Wort "vollkommen" vor. Johannes sagt, dass seine Freude erst dadurch vollkommen wird, dass er anderen von seinen Erfahrungen mit Jesus berichtet.
Mich brachte dieses Wort dazu, über den Unterschied zwischen "Vollkommenheit" und "Perfektionismus" nachzudenken:

Als Frauen und als Mütter streben wir, bewusst oder unbewusst, nach Perfektion. Nur "gut genug" zu sein reicht uns normalerweise nicht, dazu müssen wir uns schon zwingen. Schließlich wollen wir das Beste für unsere Kinder und sind immer in Versuchung zu übertreiben. Dabei ist dieses Streben nach Perfektion zum Scheitern verurteilt: Wir sind Menschen, unsere Kinder (und die Ehemänner) sind Menschen und damit unperfekt. Wir können nicht alles "machen" - manches liegt einfach in Gottes Hand und außerhalb unserer Kontrolle.

Vollkommenheit gibt es nur bei Gott, und es ist viel mehr als Perfektion. Wahrscheinlich ist einiges, was wir als nicht perfekt empfinden für Gott vollkommen - und umgekehrt!

Wir dürfen also weiter versuchen, auf Perfektion zu pfeifen (auch wenn es schwer fällt) und uns auf die Vollkommenheit in Gottes Ewigkeit freuen! Ein schöner Gedanke, oder?


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Kommentare:

Jedidja hat gesagt…

Vielen Dank für diesen wunderbaren Blog! Ich habe manchmal solche Perfectionist - Stimmung. Aber ich weiß das ich bin nicht perfekt bin und kann die Dinge in der Hand Gottes geben.

Karoline hat gesagt…

Danke für diesen Post! Es ist viel Wahres dran. Nicht immer drängt es mich nach Perfektion, aber ab und an kommt es so. Erst dann fühle ich mich überfordert, sonst ist alles gut zu schaffen. Wir machen es und viel zu schwer!
Liebe Grüße
Karoline

Bianca hat gesagt…

Ja, da hast Du recht: Das ist ein schöner Gedanke! Ich versuche mir fast täglich bewusst zu machen, dass nicht alles perfekt sein muss!
Deshalb mag ich auch den Spruch der Flylady so gerne: "Housework done incorrectly still blesses your family!"
GLG, Bianca

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