Sonntag, 21. August 2011

Buchrezension: "Puder und Blei"

Dank der Seite Blogg dein Buch habe ich mein erstes Buch zur Rezension bekommen. Der Conte Verlag war so nett, mir ein Exemplar von Jens Luckwaldts "Puder und Blei" zu schicken. 
Puder und Blei
Hierfür möchte ich dem Verlag danken, denn dieses ca. 260 Seiten starke Buch hat mir im Urlaub ein paar wirklich kurzweilige Stunden beschert!

Der Roman spielt im Berlin des späten 18. Jahrhunderts. "Ermittler" ist der pensionierte Kriminalgerichtspräsident Wilhelm August Schwan. Dieser wird immer wieder von Bekannten, aber auch Fremden um Hilfe bei der Aufklärung seltsamer Fälle gebeten. Die meisten dieser Fälle erscheinen ihm läppisch, aber dann taucht der Verleger Hempel auf, der den Autoren Alexander MacKendrick vermisst. Dieser ist dem Kriminalgerichtspräsidenten a. D. durchaus bekannt, und so begibt er sich auf die Suche nach MacKendrick. 
Die Suche führt ihn in Hotels, gutbürgerliche Häuser, ins das Berliner Künstlermilieu und auch in Lokale für "gewisse Kavaliere". Das sich ganz Berlin auf den Besuch des türkischen Paschas vorbereitet, vereinfacht seine Recherchen auch nicht gerade....

Der Roman beginnt zunächst etwas langsam, steigert sein Tempo zum Ende hin aber rasant. Die Wendungen und Lösungen sind überraschend und nicht unbedingt vorhersehbar. 
Es zeichnet dieses Buch aus, das es auf originalen Briefen und Dokumenten von Alexander MacKendrick beruht - es ist wirklich ein historischer Roman. Die Sprache erscheint zunächst gestelzt, entspricht aber Zeit, in der "Puder und Blei" spielt (zumindestens soweit ich das beurteilen kann). Für mich ist das ein großer Pluspunkt, denn ich mag es überhaupt nicht, wenn in "historischen" Romanen in neudeutschem Slang geplaudert wird. 
Ich glaube, das Zeitgefühl wird gut eingefangen, der preußische Militarismus und Uniformismus wird mehrfach erwähnt, ebenso die Einstellungen der Bürger gegenüber dem Königshaus. Besonders interessant fand ich die Beschreibungen über den Umgang mit homosexuellen Männern.

Fazit:
Dieses Buch kann ich allen Lesern historischer Krimis empfehlen, auch wenn die Krimihandlung die zweite Geige spielt. Es ist kein opulenter, großangelegter Roman, aber das muss ja auch nicht immer sein. Ich werde sicherlich versuchen, den vorausgehenden Band zu lesen und würde mich auch über weitere Geschichten mit Schwan und/oder MacKendrick freuen. 

Wer das Buch bestellen möchte kann das hier tun. 

Liebe Grüße

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