Montag, 18. April 2011

Fastenzeit mit Katja und Stephanie Teil 6 - Osterbräuche im Nordwesten Deutschlands


Jeden Montag in der Fastenzeit schreiben Katja und ich zu einem gemeinsamen Thema. Schon sind wir beim letzten Thema angekommen. "Osterbrauchtum". Katjas Post zum Thema findet ihr hier.

Am Palmsonntag denken wir an den Einzug von Jesus in Jerusalem. Da wir keine Palmzweige zur Verfügung haben, werden hier in der Gegend Buchszweige verwendet. Ein Strauß davon wird oben an einen Bambusstab gebunden und dann mit Bändern und Blumen aus Krepppapier geschmückt. Während der Messe werden die Palmstöcke gesegnet und einzelne Zweige davon werden gerne hinter Kreuze (die an der Wand hängen) gesteckt. Am Aschermittwoch werden die Palmzweige des Vorjahres verbrannt und mit der Asche werden die Aschekreuze gemacht.

Der Gründonnerstag hat seinen Namen nicht von der Farbe Grün, sondern vom alten deutschen Wort "greinen" = weinen. Trotzdem gibt es in vielen Gegenden traditionell grüne Gerichte an diesem Tag. In vielen Kirchen findet eine Fußwaschung statt, sowohl in der abendlichen Liturgie als auch oft am Nachmittag für die Kinder. Nach der Gründonnerstagsliturgie am Abend, bei der das letzte Abendmahl im Mittelpunkt steht, gibt es manchmal eine sog. "Liturgische Nacht". Als Jugendliche und junge Erwachsene haben wir den Auftrag Jesu "Bleibt hier und wacht mit mir" ernst genommen und die Nacht gewacht. Mit Gebet und Anbetung, aber zwischendurch auch mit kreativen Angeboten, wie dem Basteln von Osterkerzen oder dem Herstellen einer großen Dornenkrone für den Gottesdienst am Karfreitag. Nach der Trauermette morgens um sechs gab es noch ein Frühstück, dann fielen wir alle in die Betten und um drei waren wir wieder zur Karfreitagsmesse in der Kirche. Es war anstrengend, aber immer eine sehr intensive Erfahrung.



Der Karfreitag ist ein stiller Feiertag. In Deutschland heisßt das auch, das größere Veranstaltungen etc. nicht erlaubt werden. Die Liturgie findet i. d. R. um 15 Uhr statt, morgens gibt es manchmal noch einen Kreuzweg für Kinder. Zu diesem Gottesdiensten rufen keine Glocken, die ruhen nämlich von Gründonnerstag bis zum Halleluja in der Osternacht. Man sagt hier auch: "Die Glocken fliegen nach Rom" und kommen dann mit dem Ostersegen zurück.
Der Karfreitag ist ein strenger Fastentag. Ein traditionelles Karfreitagsgericht in Westfalen sind "Struwen" - kleine, süße Hefepfannkuchen mit Rosinen. Auch Kartoffelpuffer und Fischgerichte werden an Karfreitag häufig gegessen.

Der Karsamstag ist der einzige Tag im Kirchenjahr, an dem keine Messe gefeiert wird. Es ist der Tag der Grabesruhe.

Am Abend oder am frühen Ostermorgen findet die Osternachtsmesse statt. Für katholische Christen ist dies die höchste und feierlichste Messe im ganzen Jahr. Inzwischen fangen in einigen die Messen auch am Osterfeuer an, an dem die Osterkerze und die Kerzen der Mitfeiernden angezündet werden. Die Kerzen werden in die dunkle Kirche getragen. In diesem Gottesdienst ertönt zum ersten Mal seit Aschermittwoch wieder das Halleluja, die Kirche ist festlich geschmückt. Und dann ist endlich Ostern!
Nach der Osternachtsmesse ist es vielerorts üblich, sich noch zu einer kleinen Agapefeier zusammenzufinden, ein einfaches Beisammensein mit Brot und Wein (und Wasser und Saft...).

Besondere Anlässe,Eier,Farbige Eier,Feiern,Feiertage,Fotos,Körbe,Lebensmittel,Ostereier,Osterkörbe,Ostern,Verzierte EierAm Ostersonntag ist für die Kinder die Zeit zum Ostereiersuchen gekommen. Bei den meisten bringt der Osterhase nicht nur Schokolade, sondern auch ein kleines Geschenk. Und dann gibt es natürlich noch jede Menge gefärbte, hartgekochte Eier! Früher waren hier in Westfalen auch Eierspiele wie "Ditschen" (Eier werden gegeneinander geschlagen, wessen Ei kaputt geht, muss dieses abgeben) oder auch Eierrollen (einen kleinen Hügel hinunter) üblich. Die Wohnungen werden zu Ostern mit Zweigen von bald blühenden Sträuchern geschmücht, an die geschmückte Ostereier gehangen werden.
Es ist auch üblich, am Ostertag einen Kuchen in Form eines Osterhasen oder Osterlammes zu backen. Oft wird auch beides auf den Tisch gestellt: Der Osterhase mit Schokoladenguss verziert, das Lamm mit weißem Zuckerguss und einer Osterfahne.

Am Abend des Ostersonntags werden hier die großen Osterfeuer entzündet. Da treffen sich dann Nachbarn, Familien und Freunde und lassen den Ostersonntag ausklingen.

Ich gehe am liebsten in die Osternachtsmesse. Mit Babys ist das leider in den letzten Jahren oft nicht möglich gewesen. Auch in diesem Jahr wird es leider nicht klappen, wir werden nämlich an dem Abend ganz viel Besuch haben! Am Ostersonntag findet die (Familienmesse) erst um 11 Uhr statt, also frühstücken wir vorher und die Eier werden direkt nach dem Aufstehen gesucht. Nachmittags geht es meistens zu den Omas, dort hat der Osterhase auch immer noch etwas versteckt. Aber auch das ist in diesem Jahr anders, denn alle kommen zum Feiern zu uns, mein Göttergatte hat nämlich an Ostern Geburtstag!

Welche Osterbräuche sind bei euch üblich?

Liebe Grüße

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